Ein normaler Tag im Leben einer Trves-Elfe

´Spezialobjekte ohne Kampfbedeutung: Knuddelmaus und Co´, was Frauen so alles auffällt

Tagebucheintrag vom 6.12.6 n.R-JuB.

Wie nahezu jeden Tag wachte ich an einem sonnigen Morgen in dieser wunderbaren Welt auf und stellte erstmal den Wecker ab, den ich einst günstig in einem Laden erstanden hatte. Mit gekonntem Sprung verließ ich mein Bett und bereitete mir ein gesundes Frühstück zu. Noch in Gedanken bei einer heißen Tasse Kaffee schlüpfte ich in meine Klamotten und verließ das Haus, um eine Runde zu joggen. Wie allseits bekannt sein dürfte, wohne ich in Neskaya, diesem schönen Fleckchen hinter den Kilghards. Schon nach wenigen Metern Laufens fiel mir ein hoher Turm auf, den ich dummerweise noch nie bemerkt hatte

Neugierig trat ich näher und gelangte durch ein Tor auch schließlich in sein Inneres. Dort stand mir nun eine Frau gegenüber, die sich Leronis nannte und etwas bei sich trug, was meine natürliche Neugierde weckte. Da sich die Dame jedoch sträubte, mir es einfach auszuhändigen, lief ich schnell zurück in mein Haus, zog meine Rüstung an, lief zurück und bereitete der Widerspenstigen einen schnellen Tod. Mit dem verdienten Fund in den Händen zog ich mich ins Haus zurück, um ihn etwas genauer in Augenschein zu nehmen.

Ein kleiner blauer Kristall lag nun dort auf meinem Tisch und funkelte mich an. Voller Freude wollte ich ihn schon auf den Kaminsims zu den anderen Kleinodien legen, als ich auf die gar nichtmal so schlechte Idee kam, die mir bis heute unerklärliche Magie des Yrd (sie sollte mir diesen Tag noch viel Freude bereiten) zu nutzen, um vielleicht etwas mehr über diesen Kristall herauszufinden. Und siehe, er offenbarte mir sein Geheimnis: Unter Einsatz meiner mentalen Kräfte konnte ich in Verbindung mit diesem Kristall treten! Und was noch schöner war, ich könnte eine solche Verbindung auch zu anderen Leuten aufbauen, die einen solchen Kristall besaßen und sogar etwas über deren Aufenthaltsort und Konstitution erfahren. Ich beschloss, diese freundliche Dame im Turm öfter zu besuchen, ist dieses „Ding“ doch wie geschaffen für Unterhaltungen im Freundeskreis.

Nach einer solch aufregenden Entdeckung hielt mich nichts mehr in meinen vier Wänden und ich stürmte in den Tag hinaus. In meiner großen Freude muss ich wohl etwas zu ausgelassen gewesen sein, denn in der Nähe des Kilghard-Passes stolperte ich und fiel in den Schnee.

Das war weiter nicht schlimm, derogleichen passiert mir ab und an. Doch als ich mich im Schnee abstützte, bemerkte ich eine weiche Stelle im sonst so harten Untergrund. Kurzentschlossen nahm ich meine Schaufel und grub eine Weile vor mich hin. Doch als ich nichts weiter fand, als gefrorene Erde und nochmals gefrorene Erde, gab ich gefrustet auf. Aber halt! Beim Säubern der Schaufel (wer mag schon gern Dreck im Schleimbeutel) bemerkte ich ein schwaches Glänzen in dem frischen Aushub und förderte einen wunderschönen Sternsaphir zu Tage, den ich an ein Bändchen band und so auf meiner Stirn tragen konnte. Was für ein prachtvolles Schmuckstück!

Überglücklich rannte ich auf den Pass hinaus, tanzte ein wenig mit dem dort hausenden netten Tierchen, und machte mich an den gefährlichen Abstieg. Auf meinem Weg aus dem Polargebiet in bewohntere Gefilde (ich wollte nach Port Vain auf den Wochenmarkt) wandte ich mich etwas südöstlich, um einem Freund in Moulokin einen Kurzbesuch abzustatten.

Voller Schrecken stellte ich jedoch unterhalb des gewaltigen Torbogens dieser Stadt fest, dass ich mich entweder verirrt haben musste oder etwas anderes nicht stimmte. Statt harmloser, knuffiger Stadtwächter standen mir grimmige Centaurenwächter gegenüber, die mich nach kurzer Zeit heftigst attackierten.

Mit einigen Blessuren rettete ich mich an einen sicheren Ort. Schon überlegte ich mir, ein bisschen rumzujammern (um das Bild der stark abgewerteten Trves aufleben zu lassen), als meine Gedanken zu all den noch viel hilfloseren Kreaturen schweiften, denen hier der Tod sicher sein würde. Unter Aufbietung meiner ganzen Kampffertigkeiten gelang es mir, diesen Ort wenigstens für eine Weile sicher zu machen.
Und der Lohn meines Blutrausches offenbarte sich mir als ich die Verwüstung etwas genauer ansah. Ich fand ein drittes Auge. Doch wozu es gut sein sollte, war mir noch nicht klar. Um darüber ein wenig nachzudenken, kehrte ich in ein Wirtshaus ein, auch um mich etwas zu erholen.

Der Yrdstein konnte mir auch nicht weiterhelfen, bei diesem Auge war wohl die Rätselkunst gefragt. Was für ein Glück, dass ich damit keine Schwierigkeiten habe. Schon nach etwa einer halben Stunde saß dieses komische Auge in einer zusätzlichen Augenhöhle auf meiner Stirn. Und als ich es das erstemal öffnete, bekam ich auch eine Erklärung für die Existenz der (inzwischen dahingeschiedenen) Monster: Ich war in einer Parallelwelt! Meine Konzentration litt ein wenig unter dieser Aktion, doch war es nicht der Rede wert. ´Was es nicht so alles gibt´, dachte ich mir und machte mich wieder auf den Weg. Durch die Tundra schlug ich mich Richtung Meer und fuhr mit einer Eisscholle bis in die Nähe von Port Vain. In der Stadt angekommen erledigte ich meine Einkäufe und schickte mich an, eine Pizza essen zu gehen.

Schon stand ich vor der Pizzeria und vor meinem geistigen Auge dampfte ein Riesenexemplar dieser Teigware, als mein Blick auf ein großes, bewachsenes Tor fiel. Voller Entzücken entdeckte ich eine dort wachsende Wildrose, die ich kurzerhand pflückte. Mit einem Lächeln auf den Lippen sog ich den zauberhaften Duft dieser wunderbaren Blume ein und hatte plötzlich eine gar merkwürdige Eingebung: Die Namen mehrerer Leute, die mir lieb sind, schwirrten durch meinen Kopf und ich wusste: Für die bist du etwas Besonderes!

Mein Hunger siegte und beim Verspeisen der Pizza gedachte ich der lieben Leute. Nachdem nun mein körperliches Wohl wieder hergestellt war, trat ich hinaus auf die Straße und begab mich zu dem beliebten Treffpunkt vor dem „Lucky Tiger´s“. Mein Plausch mit Freunden dort wurde leider durch diverse Jemands gestört, die mir schnell die Freude an dem eigentlich wunderbaren Tag verdarben. Etwas verstimmt begab ich mich in das Dorf der Elfen, um im dortigen Hain etwas Ruhe und Entspannung zu genießen und bei einem Glas Wein den Liedern der Bardin zu lauschen.

Sichtlich besser gelaunt streifte ich schon Stunden später durch das Dorf und beschloss, einige Magier zu nerven und in ihren Wohnräumen zu stöbern. Voller Vorfreude stiefelte ich drauflos und begann meine Beschäftigung gar gründlich. Leider traf ich keinen der dort wohnenden Magier persönlich an, doch einer musste etwas versteckt haben, denn zwei große Hunde starrten mich am Eingang zu seinem Arbeitsraum grimmig an. Darüber hinwegsehend trat ich dennoch ein und stand nun einem noch beeindruckenderem (und stärkerem) Exemplar gegenüber. Mit etwas zittrigen Knien streichelte ich dieses Tier, das mir vor lauter Zutraulichkeit auch glatt an meine frisch gebügelte Scherbenhose pinkelte. Außer mir vor Wut zückte ich meine Waffe und attackierte diesen Frevler! Lang währte der Kampf, denn zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass dieser Hund einige Techniken unserer Gilde geradezu hervorragend beherrschte und ich all mein Können aufbieten musste, um nicht zu unterliegen. Doch nach einer Weile lag der stinkende Kadaver zu meinen Füßen und zufrieden begutachtete ich die Blutspritzer an der Wand und dachte: „Hehe, selbst Schuld wenn er solche Viecher hier rumlaufen lässt. Soll er mal schön sauber machen :)“.

Auch diesmal wollte ich nicht ohne Trophäe gehen und entdeckte in der Leiche ein schmuckes Halsband an dem ein güldenes Glöckchen baumelte. Lustig bimmelte ich damit herum, als ich eines schrägen Vogels gewahr wurde, der verschreckt davon flatterte. Nur einige Sekunden später kam ein gewisser „Jemand“ an und schimpfte lautstark, ich lachte nur und habe seit diesem Tage immer ein solches Halsband dabei.

Guter Dinge zog ich hinaus in den Wald und wanderte drauf los. Ohne bestimmtes Ziel suchte ich mir meinen Weg und bemerkte, wie sich der Wald plötzlich änderte und der Frohsinn einer gewissen Dunkelheit wich. Etwas orientierungslos schlug ich mich durch die Büsche und stand unvermutet vor einem Haus, bei dessen Anblick mir das Wasser im Munde zusammenlief: Es bestand ausschließlich aus Süßigkeiten! Meine ganze Vorsicht vergessend fing ich an, mir den Bauch vollzuschlagen, als eine Stimme an mein Ohr drang, die zweifelsfrei aus dem Haus kam. Neugierig wie ich nunmal bin, ging ich hinein und sah eine hässliche, alte Hexe vor mir stehen. ´Moment mal´, dachte ich, ´die kennst Du doch von einem früheren Abenteuer´.

Und dann fiel mir die damalige Situation auch wieder ein. Und nicht nur das, auch eine kleine Glaskugel kam mir in den Sinn, die ich damals hier fand und mit der ich nichts anzufangen wusste. Ich stöberte ein wenig unter den misstrauischen Augen der Hexe herum und fand erneut eine solche Kugel. Und schon beim Untersuchen offenbarte sie mir ihr Geheimnis. Wenn ich mich auf irgendjemanden konzentrierte, konnte ich herausfinden, wo sich derjenige gerade aufhält. Äußerst zufrieden steckte ich die Kugel ein, grinste die dumme Hexe an, die solch feine Sachen einfach rumliegen lässt, und zog weiter.

Raus aus dem finsteren Wald in südlichere Gefilde trugen mich meine Füße bis zur Akademiestraße und weiter in den Grimmswald. Ein lustiges Liedchen trällernd hüpfte ich den Weg entlang, als ich bemerkte, dass sich der Horizont im Westen merklich verdunkelte. Ein aufziehendes Gewitter konnte es nicht sein, denn kaum ein Wind spürte ich im Haar und kaum Wolken erblickte ich über meinem Kopf. Etwas feststehendes musste es sein, und ich beschloss meine Schritte dorthin zu lenken. Schon bald türmten sich bleigraue Wolken über meinem Haupt und als ich schließlich zum Waldrand gelangte, sah ich eine zerstörte Stadt zu meinen Füßen liegen, von der eine Aura des Bösen ausging, wie ich sie selten zuvor bemerkt hatte.

Vorsichtig und mit gezückter Waffe trat ich zwischen die Ruinen und fand eine halbwegs begehbare Straße, die mich tiefer in diesen dunklen Ort führte. Alles genau untersuchend und auf einen gemeinen Hinterhalt wartend stieß ich jedoch auf kein Lebewesen, welches mir gefährlich werden konnte. Schon etwas mutiger erforschte ich die Ruinen und gelangte zu meinem Erstaunen an ein Haus, welches intakt war. Ich trat ein und stand erstmal im Dunklen, schnell zündete ich eine Fackel an und stieß kurz darauf mit meinem Kopf hart gegen eine Leiter. Entschlossen stieg ich empor und sah zu meiner großen Empörung ein ganzes Lager mit Diebesgut und verwegenen Gestalten, die sich daran zu schaffen machten. „Was ist hier denn los?“, sagte ich, „Arme Spieler beklauen, oder was?“ und schon war ich mitten im Kampfe. Dieser dauerte nicht lange, zu offensichtlich standen Kraft und Mut dieser Gestalten weit hinter ihrem losen Mundwerk zurück. Meinen Speer säubernd stöberte ich ein wenig herum und fand zu meiner großen Freude etwas, das eine dieser Gestalten wohl bei sich getragen haben musste, ein Klassiker schlechthin und wohl jedem Anwesenden bekannt: Die Diddl-Knuddl-Maus! Diverste Knuddler, Wuschler, Kuschler und mehr an Freunde sendend stieg ich die Leiter hinab und machte mir keine Gedanken um die geringe Konzentration, die ich für diese Aktionen aufbringen musste.

Tiefer in die dunkle Stadt führte die Straße auf einen großen Platz, auf dem einige tanzende Schatten um mich herumwirbelten. Sie nicht weiter beachtend ging ich wieder zurück, denn meinem Herz war mehr nach Frohsinn zumute und den fand ich hier sicher nicht.

Etwas gen Süden wandernd schlug ich mich schon nach kurzer Zeit Richtung Drachenhort durch und hielt mich grob weiter nach Nordwesten und gelangte durch einen belanglosen Wald in ein steinzeitlich anmutendes Tal. Von einem Wächter ungehindert betrat ich es und rieb verwundert meine Augen. Längst ausgestorben geglaubte Tiere kreuzten meinen Weg und schienen hier eine letzte Oase des Friedens und der Ruhe gefunden zu haben. Neugierig durchzog ich die öde Steinwüste und stand plötzlich vor der verschlossenen Tür eines stillgelegten Steinbruchs. Meine Nackenhaare sträubten sich und instinktiv zückte ich meine Waffe. Zurecht, wie sich bald herausstellen sollte.

Je tiefer ich in diese Höhlen eindrang, desto stärker attackierten mich wilde Monster, derer ich mich nur unter heftigster Gegenwehr entledigen konnte. Und schließlich fand ich in einer abgeschiedenen kleinen Höhle ein glänzendes Kleinod aus schimmerndem Glas. Es hatte die Form eines Würfels und besaß sogar magische Fähigkeiten. So konnte ich mit ihm ohne Weiteres feststellen, wer von den Anwesenden vor sich hinjofte und – unter Einsatz einiger Konzentration – sogar, wo sich der oder die Betreffende gerade aufhielt. Jedoch war diese Angabe so ungenau, dass ich lieber bei meiner bewährten Kugel blieb. Nichtsdestotrotz steckte ich den Würfel in meinen Beutel und erfreue mich immer noch, beim Hydra-Ärger-Dich-Nicht-Spielen zum Beispiel, an seinem schönen Anblick.

Doch nun hatte ich genug gesehen und begab mich wieder auf den Rückweg. Wieder auf der Drachenhorter Landstraße folgte ich ihr nach Osten und stand schon nach kurzer Zeit an einem Wegweiser, der mich neugierig machte. Stand doch dort, dass es im Süden nirgends hin ginge, aber dennoch war ein Weg vorhanden! „Nun denn“, murmelte ich und schlug diesen Pfad ein. Nach wenigen Schritten nur hatte ich eine Erleuchtung durch den leibhaftigen Jesus, der meinen Blick auf eine Frucht lenkte, die abseits des Weges wuchs. „Hmmmm, lecker“, sprach mein Magen, doch hielt ich ihn diesmal zurück. Denn näher betrachtet war dies keine einfache Frucht, sondern eine mit magischen Fähigkeiten. Und erst wieder der Yrdstein offenbarte die Ausmaße dieser. So konnte ich dank dieser Frucht meinen Freunden schon kurz nach dem Aufwachen ein fröhliches „Huhu Ihr Lieben“ senden oder instinktiv mein Bett richten. Sehr, sehr praktisch, das hätte mir doch den ein oder anderen Verweis in meiner Jugend ersparen können. Die anderen Fähigkeiten dagegen benutzte ich nie, da ich mich dafür sehr stark konzentrieren musste. Nach einem Zugang suchend stoppte ein eigenartiger Dämon mein Vordringen in den unsagbar schwarzen Quader. Die besten Überredungskünste halfen nichts und auch durch ein liebes Lächeln ließ sich der Wächter nicht erbarmen, den Weg freizugeben. Da ich niemanden unglücklich machen wollte, zog ich denn von dannen und beschloss, nochmal den guten Bericht eines anderen Trves zu lesen, der über diesen Quader berichtete.

Nach diesem ewigen Gelaufe war mir sehr nach einem erfrischenden Bad zumute und ich ging zurück nach Port Vain, um etwas im Meer zu baden. Nördlich des Hafens fand ich auch eine schöne Stelle dafür und nicht nur das, auch ein gutgebauter, muskulöser Rettungsschwimmer wachte mit seinen strahlend blauen Augen seufz schwärm über mich. Nach einem harmlosen Plausch spazierte ich weiter den Strand entlang Richtung Gebirge. Eine tiefe Schlucht durchquerend stieß ich nach einer Weile auf eine kleine Höhle, vor der einige Knochen mein Interesse weckten. Ich zündete eine Fackel an und begab mich hinein.

Beißende Monster aus Stein versuchten, mich zu ermorden, aber vergebens. Tiefer und tiefer metzelte ich mich in die Höhle und stand bald darauf in einer Sackgasse. Sollte dies schon alles gewesen sein? „Nein“, sprach ich und untersuchte gewissenhaft alles, was sich anbot. Und die Mühe lohnte sich, entdeckte ich doch einen versteckten Mechanismus, der eine Öffnung nach Osten freigab. Mit gebotener Vorsicht ging ich weiter und sprang sofort wieder zurück. Ganz gemeine Monster, deren Grummeln mich heute noch im Schlaf verfolgt, prügelten wild auf mich ein. Da war Taktik gefragt und aufgrund meiner gründlichen Ausbildung im Struv, stellten diese Gegner auch kein unüberwindbares Problem dar. Es dauerte zwar eine kleine Weile, doch lagen die verfaulten Einzelteile dieser Monster dann zu meinen Füßen. Inmitten dieser Verwüstung fand ich einen unscheinbaren, kleinen Stein, den ich an mich nahm und ihn zwecks genauerer Betrachtung mit nach draußen trug.

Eine oberflächliche Untersuchung brachte mich bei diesem Stein nicht weiter und so strich ich mit einem Yrdstein darüber und siehe da, er war nützlicher als er aussah. Mit seiner Hilfe konnte ich das Gewicht von diversen Gegenständen ermitteln und was noch besser war: Je mehr ich mich konzentrierte, desto genauer wurden die Schätzungen. Ein anerkennendes Pfeifen auf den Lippen steckte ich diesen Stein ein und durchquerte die Schlucht Richtung Hochebene.

Bei meinem Bad im Meer musste ich mir aufgrund der kühlen Witterung eine kleine Erkältung zugezogen haben, denn unaufhörlich lief meine Nase und ich hustete mir fast die Seele aus dem Leib. Da es sich geradezu anbot, immerhin lag es auf meinem Weg, wich ich von dem ursprünglichen Pfad ab und stieg durch die Schwefelklüfte zum Hospital in Nibelheim, um mich dort heilen zu lassen. Wieder genesen blickte ich mich etwas genauer um und geriet in einen weiten Raum, der komplett mit zweifarbigen Kacheln ausgelegt war. Dort stand ein seltsamer König, der mich verhöhnte. Dies konnte ich mir nicht gefallen lassen und so zog ich von Kachel zu Kachel bis ich bei ihm stand und meinen Speer in seinen Körper bohren konnte. Als Trophäe nahm ich diesmal einen Helm mit, der sich vorzüglich für Fasching eignete. Denn ich konnte ihn tragen und mich so in alles Mögliche verwandeln. In Gedanken sah ich mich schon als Stufenpunktautomat in der Abenteurergilde stehen und kleine Anfänger necken. Kichernd steckte ich den Helm zu meinen übrigen Sachen und zog endlich zur Hochebene.

Mich nordwestlich haltend stieg ich empor zu den finsteren Schreckensbergen, denn dort lag mein Ziel in Gestalt eines Klitzeldroms, dem ich vor einiger Zeit mal einen Geschick+4-Ring geliehen hatte und mir ebendiesen wieder abholen wollte.

Doch hatte wohl irgendwer mein Kommen verraten, denn das Klitzeldrom war nicht daheim. Eingedenk des beschwerlichen Weges beschloss ich, mich noch tiefer in das verzweigte Labyrinth zu wagen, denn ganz umsonst sollte dieser Ausflug nicht bleiben. Umgeben von wogenden Wassermassen stieß ich auf ein Elementarwesen, dass mir den Rückweg versperrte. Beziehungsweise versperren wollte, denn nach kurzem Gefecht lag es ziemlich tot am Boden. Frohlockend war ich schon auf dem Rückweg, als ein seltsames, grün-blaues Objekt meinen Blick auf sich lenkte. Leicht lag es in der Hand und offenbarte mir schon bald sein Geheimnis: Ohne Aufwand von Konzentration konnte ich mit ihm feststellen, wer sich hier in dem weiten Labyrinth aufhielt und dazu sogar noch, ungefähr wo!

So ein Glück wie heute hatte ich wirklich selten, lauter tolle Sachen zu entdecken. Leise vor mich hin murmelnd und in Gedanken versunken machte ich mich auf den Rückweg raus aus diesem Berg. Doch hätte ich mal lieber auf meinen Weg geachtet! Unachtsam wie ich war, stolperte ich über einen schleimigen Ball und fiel schmerzhaft hin. Voller Ärger trat ich das runde Ding und hielt verdutzt inne. Der lebte ja! Da saß (?) der Ball friedlich rum und stellte friedfertigen Elfen wie mir einfach ein Bein, also wirklich.

Unter hartem körperlichen Einsatz gelang es mir, diese Gefahrenquelle zumindest für einige Zeit zu beseitigen, war es doch auch eine Beleidigung für jedes Auge, diesen unförmigen Klumpen anblicken zu müssen. Als der Ball seinen letzten Atemzug getan, fiel mir ein handlicher Hammer aus Kautschuk in die Hände, den ich neugierig untersuchte. Was für ein Spaß! Er eignete sich hervorragend, um andere Spieler fröhlich und ausgelassen damit zu behämmern, ohne ihnen wirklich weh zu tun. Eine wahre Bereicherung einer jeden Party. ´Jetzt aber raus hier´, dachte ich mir und setzte diesen Gedanken auch sofort in die Tat um.

Zurück nach Port Vain trugen mich meine Füße, zu begierig war ich, meinen Freunden stolz die neuen Funde zu präsentieren. Eine Weile ruhte ich mich am Sandtiger aus, plauderte ein wenig mit vorbeiziehenden Abenteuerern und tauschte Erfahrungen aus. Doch schon bald ergriff mich wieder eine innere Unruhe und diesmal zog es mich in die weite Inselwelt. Klein und unscheinbar, fast in Vergessenheit geraten, war zum Beispiel die Feuerinsel, eine wahre Perle im weiten Meer.

Eine seichte Brise im Haar und feinkörnigen Sand unter meinen Füßen stand ich nun auf einer schmalen Landzunge und blickte dem Luftkissenboot nach. Dem Paradies gleich, lag die Feuerinsel vor mir und schien nur darauf zu warten, erforscht zu werden. Frohen Mutes folgte ich dem Weg, der mich tiefer in die Insel, an einem geschlossenen Tor vorbei zu einer hohen Mauer führte, deren Sinn und Zweck mir verborgen blieb. Dafür machte ich jedoch eine Entdeckung, die mir nahezu alle Sinne raubte: In einem unscheinbaren Wäldchen stand R. Stempel und verkaufte diverste Souvenirs rund um den MEISTER! Meine Ersparnisse plündernd kaufte ich, was zu bekommen war. Postkarten mit dem Konterfei, Buttons, Fähnchen, Seile, Schaufeln und sogar eine abspielbare Platte mit dem aktuellen Hit des MEISTER steckte ich in meinen Beutel, der schon fast zu platzen drohte. Und für nur einen klitzekleinen Betrag durfte ich sogar einem Live-Auftritt des MEISTER beiwohnen. Überglücklich taumelte ich aus dem Wäldchen heraus und setzte mich erstmal an die Strandbar, um bei einem exzellenten Cocktail wieder etwas ruhiger zu werden. Wow, war das ein Erlebnis!

Noch völlig von den Socken, aber schon etwas klarer im Kopf, stand ich wieder auf und folgte dem Strand ostwärts bis zu einer Kreuzung, an der ein Pfad in ein schmuckes Dorf im Süden abzweigte. Ein idyllisches Dorf war es, voller friedlicher und gütiger Menschen. Und in einem kleinen Supermarkt musste ich meine restlichen Münzen zusammenkratzen, um wenigstens ein sinnvolles Souvenir mitnehmen zu können. Denn dort stand ein Automat, an dem man originale Tigerenten kaufen konnte! Und das Beste an der Ente war, ich konnte sie an einer Schnur hinter mir herziehen und sie sogar auf einen Namen taufen. Natürlich nannte ich sie wie bereits meinen knuffigen Teddybären, nämlich „Bendeigid“. Total pleite, aber zufrieden zog ich weiter und beschloss, das Geheimnis der vorhin bemerkten Mauer zu erforschen. Für eine fleißige Forscherin wie mich stellte es kein Problem dar und so stand ich nach wenigen Augenblicken auf der anderen Seite der Mauer auf einem befestigten Pfad und folgte ebendiesem auf einen rauchenden Berg zu.

Zu meiner großen Verblüffung stand ich hoch oben am Rande eines gigantischen Vulkans, dessen lebensbedrohende Natur nur zu augenscheinlich war. Etwas unschlüssig und ängstlich überwand ich meine Furcht und stieg vorsichtig die Kraterwände hinab in den Vulkan. Schwefelgeschwängerte Luft raubte mir den Atem und die Hitze trieb den Schweiß aus allen Poren. Umgeben von rotglühender Lava sah ich erst keine Möglichkeit, weiter zu kommen. Dich wies der Lavastrom einige Unregelmäßigkeiten auf und so ging ich Stück für Stück immer tiefer den Krater hinab.

Mir kam es wie eine Ewigkeit vor, keinerlei Abwechslung weit und breit, als unvermutet ein großer Fels vor mir empor ragte. Erfreut darüber, endlich mal wieder etwas genauer untersuchen zu können, entdeckte ich einen schmalen Gang, der sich zu einer kleinen Höhle erweiterte. ´Ein gutes Versteck wäre das´, dachte ich bei mir und dies dachten sich wohl auch die Räuber, die plötzlich vor mir standen und grimmig dreinblickten.

Meiner natürlichen Abneigung gegen Gesindel jeglicher Art folgend, bereitete ich ihnen einen raschen Tod. Anscheinend war ihr Räubergeschäft hier in der Abgeschiedenheit nicht besonders gut, denn einzig ein süßes Haustier fand ich. Es hörte auf den Namen ´Buggy´ und dieser war auch Programm. Denn Buggy war so klug und abgerichtet, dass er Bugs aufspüren und verjagen konnte! Leider verstarb Buggy kurze Zeit später in Orkhausen, als ich ihn dort auf Jagd schickte. Die Übermacht war einfach zu groß.

Mich drängte es wieder ans Tageslicht und als ich aus der Höhle trat, bemerkte ich, dass es schon sehr spät sein musste. Auch gähnte ich dann und wann, die Antrengungen des heutigen Tages waren auch nicht gerade wenig gewesen.

Langsam und immer noch überwältigt von den Eindrücken, machte ich mich auf den langen und beschwerlichen Heimweg. Schließlich stand ich in meinem Haus und säuberte meine Ausrüstung und Waffen von Dreck und Schmutz. Die Funde des heutigen Tages in meiner Kommode verstauend lag ich kurz darauf in meinem Bett und schloss die müden Augen. Fast schon schlafend dachte ich an die unzähligen Dinge in dieser Welt, die mir heute verborgen geblieben waren und irgendwo dort draußen nur darauf warteten, endlich entdeckt zu werden. Daraufhin schlief ich ein …

Lillebror