1. Der Beginn

Da stand ich nun zu Fuße des schwarzen Monolithen, einst von Zardoz erbaut, lange bevor der erste Trves das Licht der Welt erblickte. Umgeben von sumpfiger Landschaft, aber noch fast in Sichtweite Port Vains ragt er empor, kalt und abwesend sein Äußeres und tödlich sein Inneres, so wurde mir berichtet.

Doch ich wollte mehr wissen über ihn, mehr über seine Geheimnisse, seine Schätze, seine Gefahren. Wie nannten ihn noch die Chaoskrieger? Die Burg der Dämonen!

Und tatsächlich fand ich den ersten Dämonen schon, bevor ich auch nur einen Schritt in die Burg gesetzt hatte. Ein seltsames Wesen, nur aus Licht bestehend, wachte am Eingang und ließ niemanden passieren. Nun denn, sollte es meine Klinge spüren! Nach ein paar gezielten Schlägen und Hieben erstarb das Licht für immer.

Nun war der Eingang frei, doch ich zögerte. Gab es nicht Legenden um diese Burg, die im ganzen Morgengrauen erzählt wurden? Viele sollten sie betreten haben, aber nur die wenigsten sie je wieder verlassen.

Ich nahm all meinen Mut zusammen und betrat die Burg mit gezogenem Schwert, bereit jedem Gegner mit meinem ganzen Können gegenüberzutreten, das ich mir in der langen und harten Schulung im Koru-Tschakar-Struv angeeignet hatte.

Doch darauf war ich nicht vorbereitet!

Anstatt unzähliger Horden von Dämonen erblickte ich einen dunklen Raum, der in den Fels gehauen war. Aber zu meiner Überraschung gab es nur einen Ausgang hier, welcher mich tiefer in die Burg führte. Von dem Eingang war keine Spur mehr zu finden. Das also war das Rätsels Lösung. Um die Burg zu verlassen, musste ich also andere Möglichkeiten finden, womöglich von grauenhaften Bestien bewacht. Mir wurde gewahr, dass meine Odyssee jetzt erst begann!

2. Die Suche

Der Gang führte mich auf einen Korridor, auf dem ich meinem zweiten Dämonen begegnete. Ein Dunkeldämon in schwerer Rüstung und mit einem riesigen Schwert in der Hand beäugte mich misstrauisch. Doch da er mich weder attackierte noch daran hinderte, tiefer in die Burg zu gehen, beließ ich es bei einem finsterem Blick in seine Richtung und ging weiter.

Kurz darauf stand ich gleich zwei dieser Wesen gegenüber, die eine stählerne Tür bewachten. Wie nicht anders erwartet, hinderten sie mich, diese zu öffnen, und das war ihr Fehler. Nach einem kurzem und für sie katastrophal verlaufendem Gefecht stieg ich über ihre leblosen Leiber und betrat den hinter der Tür liegenden Gang, welcher mich in den Kerker der Burg führte.

Sechs Zellen, bewacht von zwei Halbdämonen, die auch nur halb so gut kämpften wie ihren Vettern, fand ich hier. Doch trotz der Schlüssel, die ich ihren Leichen abnahm, gelang es mir nur, 5 der 6 Türen zu öffnen, wobei ich zwar einen Gefangenen befreien konnte, aber weder ein Ausgang noch ein Hinweis auf einen solchen fand.

Sonst hörte man doch immer von Geheimgängen in Kerkerzellen, aber wenn man mal wirklich einen brauchte, war natürlich keiner zu finden. So drang ich also tiefer in das Gangsytem ein.

Mein Weg führte mich kurz darauf in den Thronsaal der Burg. Kostbare Teppiche und Vorhänge schmückten den Raum, der von einem unheimlich wirkenden Thron dominiert wurde. Ob Zardoz wohl selbst in dieser Halle seinen dämonischen Hofstaat empfing? Mit einem Schaudern wandte ich mich ab und suchte nach weniger gruseligen Orten.

Zwei Treppen fand ich auf dieser Ebene, eine führte nach oben, die andere in die Tiefe. Ich entschloss mich, zürst den Keller zu erkunden, erinnerte ich mich doch noch an die beeindruckende Höhe des Monolithen.

Hier fand ich heraus, dass die „Burg der Dämonen“ ihren Namen nicht umsonst erhalten hatte.
Dämonische Fliegen attackierten mich, schwirrten um mich und griffen von allen Seiten an. Doch blankem Stahl mussten sie sich schließlich geschlagen geben. In einem Raum fand ich sogar eine Flasche Schnellhärter, die ich begierig trank, gab sie mir doch einen Teil meiner Kraft wieder.

Diese Fliegen lebten in enger Nachbarschaft mit ein paar Säuredämonen und deren Anführer, aber diese waren netterweise an keinem Kampf interessiert, sodass ich mich ungestört noch weiter in die Tiefe begeben konnte. Hier traf ich auf den vielleicht gefährlichsten Gegner der ganzen Burg: Ein riesiger Dämonendrache hatte sich hier niedergelassen und blockierte mir den Weg. Da ich keinen Streit suchte, versuchte ich mein Glück erstmal in den höheren Stockwerken der Burg.

Kaum hatte ich die 1.Etage betreten, musste ich mich schon heftigen Attacken von eisigen Dämonen erwehren, doch verhalf mir meine Disziplin dazu, schnell die Lage richtig einzuschätzen und mit den geeigneten Waffen (ein Trves sollte immer diverse Zweit- und Drittwaffen mit sich führen) besiegte ich sie. Ich entdeckte auch eine Art Hauptquartier der Eisdämonen mit einer seltsamen Rune, die mich ein wenig heilte, als ich sie las.

Wieder fand ich Treppen, die nach oben führten, ein Loch im Boden, weitere Dämonen, diesmal aus Feuer, die mich sofort attackierten. An einer seltsamen Stelle las ich ein paar Worte und wurde prompt in eine Raum mit einem riesigen Dämon teleportiert, der etwas zu bewachen schien. Vielleicht ein Gegenstand, der mich hier wieder rausbrachte?

Entschlossen griff ich ihn an, musste aber feststellen, dass dieses Biest sich nicht so leicht ergeben wollte. Also zog ich alle Register meines Könnens, wandte alle Kniffe meiner Ausbilder an, tauchte unter seinen mächtigen Pranken hinweg und fügte ihm schwere Treffer zu. Doch auch er hatte ein paar nette Überraschungen für mich. Meine Wangen brennen noch heute von den kräftigen Ohrfeigen, die mich durch den ganzen Raum torkeln ließen. Gezielte Schläge auf meinen Kopf brachten mich mehr als einmal nahe an eine Ohnmacht und dass er ständig versuchte, mir meine Waffe aus der Hand zu schlagen, ließ mich schon fast an meinem Sieg zweifeln.

Doch ich bereitete dem Struv keine Schande. Schwer keuchend und aus vielen Wunden blutend kletterte ich über den gefallenen Koloss und holte mir meine Trophäe. Ein Streitkolben aus Zwergenhand, der für die Bekämpfung von Dämonen gemacht wurde. Leider ließ er sich von mir nur schlecht führen, aber für einen der Zwerge aus den Struv wäre er eine mächtige Waffe, besonders in dieser Burg!

Von dem letzten Kampf noch etwas verwirrt, verlief ich mich wohl etwas, zumindestens stand ich auf einmal vor dem Thronsaal. Fluchend machte ich mich wieder an den Aufstieg, doch da gewahrte ich etwas Seltsames an einer Wand. Eine Geheimtür. Endlich! Der Weg in die Freiheit?

Ich betrat eine kleine Höhle, in der nur ein paar kümmerliche Pflänzchen und ein kleiner Altar zu finden waren. Mit einem Seufzen auf den Lippen kniete ich nieder und betete zu den Göttern des Morgengrauen, auf dass sie mir den richtigen Weg zeigten. Leider wurde meine Bitte nicht erhört, aber als ich wieder den Raum verließ, blieb ich erstaunt stehen. Alle meine Wunden waren verschwunden und mein Kopf wieder klar.
Frischen Mutes erkletterte ich wieder diverse Treppen und stand auf einmal Angesicht in Angesicht mit einem Dämonenwächter. Schon wollte ich den ersten Schlag führen, als noch zwei Dämonen diesen Raum betraten. Etwas war anders an ihnen, ihre Bewegungen geschmeidiger, ihre Statur kräftiger. Drei erfahrene Dämonen gegen einen Trves?

Zudem sah ich, dass in weiteren Räumen noch mehr dieser Ungeheuer auf mich zuschlenderten. Ich steckte mein Schwert weg und setzte mein Ich-sein-klein-und-unschuldig-Kämpferlein- Lächeln auf, was mir wohl das Leben rettete.

Das sagte ich mir jedenfalls immer wieder, als ich wohl zum hundertsten Mal die vier Quadratmeter meiner Zelle abschritt. Da steckte ich nun wieder im Kerker, nur hatten sie mir leider meine Schlüssel abgenommen und es sah nicht so aus, dass sie mich je wieder rauslassen wollten.

Was tut nun ein Trves, wenn alle seine kämpferischen Fähigkeiten ihm nicht weiterhelfen. Lange dachte ich darüber nach, doch alles Überlegen half nichts, entweder starb ich hier einen jämmerlichen Tod oder ich fand so etwas wie einen Geheimgang, der mich hier rausbrachte. Wie groß war wohl die Chance, einen solchen ausgerechnet in meiner Zelle zu finden?

Anscheinend groß genug. Tatsächlich fand ich einen geheimen Zugang zu einem verstecktem Gang in der Burg, der mich wieder auf die Ebene der Feuerdämonen führte. Mit einem sardonischem Lächeln auf den Lippen schärfte ich mein Schwert und machte mich kampfbereit. Diesmal würde ich diesen Dämonen zeigen, wie ein wahrer Trves zu kämpfen versteht.

Ich stürmte die Stufen empor und begann den Tanz des Todes.

Nach einer geraumen Weile hielt ich inne. Keiner meiner Gegner war noch am Leben. Jetzt erst erkannte ich, dass ich mich in einem Speisesaal befand, ich hatte sie wohl beim Essen gestört. In der Küche gleich nebenan fand ich sogar noch ein paar schmackhafte Brötchen, die ich gierig runterschlang. Unter einem Teppich lag ein kleiner Schlüssel, mit der ich die Bibliothek im Erdgeschoss öffnen konnte. Das Wörterbuch sollte mir noch gute Dienste leisten.

Ich begegnete noch weiteren Dämonen, die eine Schatzkammer bewachten. Wieder kreuzten wir die Klingen und abermals errang ich einen Sieg. Der Schatz war leider eher mickrig, dafür hatte der Staubdämon, der unter der Kammer weilte, einen schönen Diamanten bei sich. Jetzt gehört er mir.

Zwei Rauchdämonen warteten in einer seltsamen Kammer auf mich, ich tötete sie schnell und fand ein seltsames Schwert, ganz aus BAUMWOLLE! Eine weitere Kuriosität in meiner Sammlung. Selbst Dämonenhunde gab es hier, die Dämonen sperrten sie in einen Zwinger, wofür ich ihnen sehr dankbar war. Der Gang hatte viele Abzweigungen und plötzlich stand ich an einem unterirdischem See. Verdächtige Schatten schwammen in dem Wasser, daher entschloss ich mich, lieber einen anderen Abzweig zu wählen.

An einem Zugang zu einem Arbeitszimmer wurde ich von einer unsichtbaren Macht aufgehalten, die erst mit mir kämpfen wollte, wenn ich ihren Namen wüsste. Ich kannte ihn nicht, und musste notgedrungen wieder meiner Wege ziehen. Mit finsterer Miene marschierte ich durch den Monolithen, ich wollte hier raus!

Kurz danach fand ich einen Aufstieg, der wohl in einen Turm führte. Leider wurde er gut bewacht, und ich wollte den Dämonen nicht den Vorteil zugestehen, mich von oben niederzuschlagen. Langsam gingen mir meine Wahlmöglichkeiten aus. Eine Treppe führte mich an ein seltsames Portal, welches wohl defekt war. Ob dieser Weg in die Freiheit führen würde? Doch ich hatte keine Möglichkeit es zu reparieren, daher zog ich weiter.

Kaum zu glauben, diese Dämonen haben sogar ihre eigene Kneipe. Leider wurde mir der Eintritt verwehrt und ich musste abermals abziehen. Eine einzige Treppe blieb mir noch, der Wache entledigte ich mich eher beiläufig, ich war zu schlecht gelaunt. Ich betrat eine Art Beschwörungsraum und nach einer kurzen Inspektion musste ich mich eines wirklich fiesen Dämonen erwehren, der mir hart zusetzte. Ich entschloss mich zum Rückzug, gewahrte aber noch ein Blinken an dem Wesen. Eine Art Krone zierte sein Haupt. Die musste ich haben. Doch meine Kräfte waren erschöpft und selbst das Beten am Altar half nichts mehr. Mißmutig kaute ich auf ein paar der Pflänzchen, die dort wuchsen, und wurde abermals überrascht. Einige wenige hatten heilende Wirkung. Ich dankte den Göttern und nun schaffte ich es, das Biest zu erledigen. Seine Krone war mein.

Tatsächlich war mir jetzt sogar erlaubt, die Kneipe zu besuchen. Doch welcher Schreck, als ich die Namen der Getränke und Speisen las. Ich verstand nicht ein einziges Wort. Zum Glück konnte ich mit meinem Wörterbuch übersetzen und die ungesunden von den bekömmlichen unterscheiden.

Blieb nur noch das Loch auf der Ebene der Feuerdämonen übrig. Ohne groß zu überlegen, sprang ich hinein. Von hier aus gab es keinen Ausweg, ich war gefangen nur mit ein paar Spinnen und Ratten als Gesellschaft. Ich hatte versagt. Einer unter vielen, die es nicht geschafft hatten.

Und dann, wie um mein Schicksal zu verspotten, sank eine riesige Gestalt auf mich nieder. Ein geflügelter Dämon. Ich zog meine Klinge, war bereit meine Haut so teuer wie möglich zu verkaufen. Doch der Dämon zeigte keinerlei agressives Verhalten, im Gegenteil, seine Rückfläche lud sogar zum Platznehmen ein. Ich weiß selbst nicht, was damals in mich gefahren war, jedenfalls setzte ich mich einfach auf den Rücken des Dämons und schon waren wir unterwegs. Nach einem spektakulären Flug über den Monolithen landete der Dämon auf dessen Spitze und verschwand, nachdem ich abgestiegen war, wieder in den Tiefen der Burg.

Ich erspähte eine Luke, durch die ich nach unten kletterte. Immer weiter stieg ich nach unten bis zu einem Abzweig, der auf einen Balkon führte. Weiter unten erkannte ich schon wieder die nur zu gut bekannten Schemen von Wachdämonen, daher betrat ich den Balkon. Der Ausblick war – wie auch auf des Turmes Spitze – atemberaubend. Doch viel interessanter war ein weiterer Balkon, der sich genau unter mir befand, für einen guten Kletterer (der ich bin) nicht unerreichbar.

Mir gelang diese gewagte Kletterpartie auch ohne Probleme und ich fand mich in einem Arbeitszimmer wieder. Genau das Zimmer, welches der Unsichtbare bewachte. Hier musste es sein. Hier musste einfach ein Ausgang sein!

Und ich fand ihn.

Ich drückte eine Klappe an der Wand und purzelte einen Schacht hinunter, der mich auf magische Weise zu der weit im Norden entfernten Chaosgilde transportierte.

Ich hatte es geschafft!

3. Weitere Ausgänge

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch ein paar weiter Möglichkeiten erwähnen, wie man die Burg verlassen kann. In nachfolgenden Expeditionen fand ich folgendes heraus:

Wer sich einmal gründlich (und ich meine wirklich gründlich) in den fünf leicht zugänglichen Kerkerzellen umsieht, und dabei seinen Ekel überwindet, wie er/sie es vielleicht schon einmal in einer Pyramide getan hat, wird einen weiteren Ausgang in der sechsten Zelle finden, der bei der Untersuchung des Bodens offenbart wird.

Den Unsichtbaren zu besiegen ist recht einfach, wenn man seinen Namen kennt. Ein armer Tropf, der dringend deine Hilfe braucht, kennt seinen Namen.

Die spektakulärste Art und Weise die Burg zu verlassen, ist gewiss ein kühner Sprung in die Tiefe. Leider ist einem der Tod dann gewiss. Besser ist es, wenn man sich ein Hilfsmittel aus der Burg mitnimmt, welches viel von der Wucht kompensiert. Zu finden ist es in einem der Spinde.

In dem Schacht durch die Burg lässt sich in einem Loch ein Knopf drücken, der eine Tür zu einem Geheimraum öffnet. Betritt man nun das Pentagramm, wird man in die Freiheit teleportiert.

Die zweifellos eleganteste Möglichkeit ist ein Kampf mit dem Dämonendrachen. Dieser hat die nette Angewohnheit, seine Gegner kreuz und quer durch die Burg zu teleportieren. In seltenen Fällen hat er mich sogar gänzlich der Burg verwiesen.

4. Anhang

Ich möchte an dieser Stelle meinen Bericht schließen, aber noch einmal darauf hinweisen, dass ich keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebe. Lediglich hoffe ich alle Ausgangsmöglichkeiten gefunden zu haben.
Die Burg der Dämonen wartet noch mit so manchem Geheimnis auf den forschenden Trves, so z. B. den Weg zur Dämonendimension. Doch davon soll ein anderer berichten.

Möge deine Klinge niemals stumpf und deine Arme niemals müde werden!

Aeneas, im Range eines Takal´Mor