Das Morgengrauen ist in seiner Artenvielfalt jedem Alfred-Brehm-Haus weit überlegen. Sicher hätte auch Prof. Grzimek seine helle Freude am Erforschen der unzähligen Tierarten. Aber selbst ihm würde es schwerfallen, sich einen Überblick über die gesamte Tierwelt aller Regionen zu verschaffen. Natürlich soll in dem Bericht nicht die Rede sein von den harmlosen Kleintieren der Hochebene oder von dem, was in anderen Gegenden so hilflos vor sich hin kreucht und fleucht. Schließlich wollen wir auch unseren Freunden, den Klerikern, die Gelegenheit geben, mit ihren Keulen Mücken, Bienen, Steinböcke, Adler, Rehe, Hasen, Weißfrösche, Rentiere und andere, eher possierliche Tierchen zu missionieren. Als schlagkräftigem Trves fallen mir eher die Tiere auf, die sich gegen Angriffe sehr wohl zu wehren wissen.

Viel wurde schon geschrieben von den tapferen Trves. Schon unser aller Urahn Ringor beschrieb die Schaufeln des Elches im Parapolargebiet. Und wer erinnert sich nicht an den Bericht des wackeren Recken Darkwing über die schrecklichen Wesen der Paraebene, unter denen auch viele (Un-?)Tiere sind. Jeder daran Interessierte mag in den alten Berichten stöbern. Nach solch spannender Lektüre über die Parawelt beschloss ich kleiner schwacher Hobbit erst einmal, die Normalwelt mit ihrer reichhaltigen Fauna in Augenschein zu nehmen.

Schon in jungen Tagen fallen dem Kämpfer die wenigen Tiere in der SSP auf. Die Kampfweise des dort lebenden, aus Titiwu vertriebenen Tigers ist wohl jedem vertraut. So wie die glubschäugigen Triefkröten, die auf Kämpfer mit bösem Charakter eher schlecht zu sprechen sind und sich auch wirkungsvoll mit Gift zu wehren wissen. Ein Besuch bei ihnen lohnt sich fast immer, wenn sich der Kämpfer von kräftezehrenden Schlachten geschwächt durch die Gegend schleppt. Als gutes Trainingsobjekt erweisen sich auch die zahlreichen possierlichen Knutschfische, die in dieser Gegend schwimmen. Der Krake, der den Weg zu ihnen versperrt, ist schnell breit getreten.

Aus der Zeit des Postaustragens und ZT-Suchens sind sicher auch die Bestien des Polargebietes in frischer Erinnerung. Als erfahrener Kämpfer ist es aber kein Problem, die ungezählten Opfer des Untieres und des blutrünstigen Eisbären auf dem Weg zum Weihnachtsmann zu rächen. Auf dem Rückweg vom Nordpol zähmte ich nochmal eben die Banshee. Ein vogelähnliches Wesen mit riesigen Hautlappen als Schwingen, mit einem gewaltigen Schnabel und scharfen Klauen, dem sich jeder Kämpfer mindestens einmal im Leben stellen sollte. Ihre Klauen taugen aber eher als Trophäen denn als brauchbare Zyn. Dafür kann man aus ihrer Haut einen guten Umhang maßschneidern. Gleich in der Nähe konnte ich einem zitterndem Briefträger einen Gefallen tun und die Doggen von Herrn Müller auf meine Weise zähmen.

Einmal in der Nähe nahm ich den Weg übers schwarze Moor und begegnete dort einem kräftigen Moschusochsen, für dessen Haare ich allerdings keine Verwendung hatte. Danach ein kurzer Besuch bei den Tieren der Nebelberge, die ich aus meinen Kindertagen in Hobbithügelhausen so gut kannte. Der Frostwurm in dieser Gegend, der dort so viel Ärger macht, kann erstaunlich hart zuschlagen. Bloß das Einstecken sollte er noch lernen. Auch seine Schuppe taugt eher als Kuchentablett denn als Schild. Man kann sie höchstens einem kälteempfindlichen Wesen um die Ohren schlagen. Das lässt sich vielleicht davon beeindrucken. Auf dem weiteren Weg Richtung Süden sah ich einen kleinen Abenteurer, der versuchte, einem Wasserbüffel seine Hörner abzuschlagen. Das Gelächter war groß, als der Abenteurer beim ersten Wutschnauben des kräftigen Tieres, mit angsterfüllten Augen das Weite suchte.

Auf meinem weiteren Weg nach Süden ließ ich Drakonien links liegen, da ich hörte, dass die Normalwelt für Zoologen durchaus interssant sei, für Kämpfer aber ein Besuch in Paradrakonien angemessener sei. So zog ich denn weiter ins Neandertal und staunte nicht schlecht über die dort lebend herumlaufenden Saurier. Doch nachdem ich auch dort ein wenig mit meinen Zahnstochern rumgefuchtelt hatte, brachte selbst der Tyronnosaurus Rex einschließlich seiner gesamte Familie keinen Ton mehr raus. Eine Heerschar Abenteurer machte sich sofort über die Knochen der Riesenkadaver her. Angeblich wollten sie einen Zaubertrank daraus bauen, was aber wohl Geschwätz war. Einer der Dummköpfe freute sich sogar noch, als er in einer Ecke des Tales von einem Flugsaurier zugeschissen wurde.

Nun da ich soviel Großwild gejagt hatte, wollte ich mein Wissen über Insekten und Reptilien etwas erweitern und zog nach Moron, da dort schon allerlei solcher Viecher gesichtet wurden. Die Riesenschlangen dort griffen mich auch gleich an. Allerdings hatten sie keine Anhnung, dass ich die Schlangentaktik wesentlich besser beherrsche als sie. Selbst ihre größte Artgenossin, eine Riesenpython, konnte ihre Haut nicht retten, die ich noch heute als vorzüglichen Umhang schätze. Erwähnenswert ist noch die Riesenspinne im Keller eines Hauses in Moron. Obwohl sie versuchte, mich mit ihren Fäden einzuspinnen, konnte ich sie doch feinsäuberlich aus ihrem recht brauchbaren Panzer herausschälen.

Ein kurzer Abstecher im Dschungel bestätigte mich in meiner Meinung, dass die reichhaltige Tierwelt dieser Gegend vielleicht für sogenannte Katzen“krieger“ als Spielwiese geeignet ist, jedoch keine einem Trves ebenbürtige Gegner zu bieten hat. Selbst die Büffelherde in der angrenzenden Steppe sowie die Tiere im Steineichenwald leisteten meinem Dolch keine nennenswerte Gegenwehr. Einzig in einer Ruine in der Wüste stieß ich bei meinen Forschungen auf zwei berüchtigte Wesen, Cockatricen genannt, die rein äußerlich großen Hähnen ähneln, jedoch jeden Feind sofort versteinern können. Da ich keinen wirksamen Schutz gegen diese Waffe finden konnte, hütete ich mit davor, sie anzugreifen. In einem Brunnen dort tauchte auch noch ein riesiger Knochenwurm auf, in dessen Leiche aber außer schwarzem Schleim nichts zu finden war.

Nun da ich das Festland genügend durchstreift hatte, machte ich mich auf in das Verlorene Land, von wo mich die Kunde eines riesigen Vogels erreichte. Auf einer Wiese stieß ich auf einen zwei Meter großen Schwarzstorch namens Ciconia Nigra. Sein grünes Amulett erweckte mein Interesse. Bei einer ersten, vorsichtigen Attacke hackte er mir gleich die Augen aus und zerschmetterte mich mit einigen Flügelschlägen, so dass ich erst der Hilfe eines Klerikers bedurfte, um mich wieder zusammenzuflicken. Aber nach langer Suche hatte ich endlich einen Gegner nach meinem Geschmack gefunden. Nach zähem Ringen hatte er nichts mehr dagegen, dass ich mir sein Amulett näher ansah. Es hat die Form einen Frosches und fühlt sich auch genauso an. Beim Anziehen sah ich dann auch aus wie ein Frosch. Leider verwandelte mich das Amulett nicht mehr zurück, sodass ich wieder die Hilfe eines Klerikers in Anspruch nehmen musste.

Nun da ich die Normalwelt reichlich durchforscht hatte, zog es mich doch in die Parawelt, in der schreckliche Tiere ihr Unwesen treiben sollten. Als erstes besuchte ich Paradrakonien. Dort begegnete ich einem Storch, einem Eishirsch, einem Gorilla, der Karate kann, und einem schlecht gelaunten Braunbären, bei denen ich aber kaum anständige Kampftechniken einsetzen konnte. Sie fielen einfach zu schnell um. Der Fenriswolf, der mit Dämonenmagie kämpft und zahlreiche Sprüche der Chaoten beherrscht, war ein härterer Gegner. Auf einem Seitenweg begegnete ich dem Taipan, der über sehr starkes Nervengift verfügt, dem aber zu seinem Pech die Ausdauer fehlt. Diese Giftnatter frisst gerne Vögel und hat stets einige Federn dabei, über die sich jeder Zauberer freut. Und zu guter Letzt fand ich in diesem Streichelzoo noch einen Cougar, der jedoch eine so steinharte Haut hatte, dass sie fast jedem mechanischen Schaden sehr guten Widerstand bot. Die Haut war so hart, dass sie zu Granit zerfiel, nachdem ich sie mit einem Messer bearbeitet hatte, das mir ein befreundeter Schlächter von Zeit zu Zeit leiht. Dass sich in der angrenzenden Drakonierpyramide gelegentlich Feuerbienen und Eisigel herumtreiben, wusste ich schon aus den Berichten anderer Trves.

Nach so vielen Erfolgserlebnissen spazierte ich noch etwas weiter durch den Wald und wurde auch bald von der Zunge eines 50 cm großen goldenen Drachenfrosches zu Brei geschlagen. Dieses Angebot zu einem kleinen Kämpfchen im Wald konnte ich natürlich nicht ausschlagen. Doch der Drachenfrosch erwies sich als fieser Gegner. Erst umwickelte er mich mit seiner klebrigen Zunge und lies mir so kein Fluchtmöglichkeit mehr, dann schlug er mich fleißig zu Brei und zog mir sehr rasch den Rest meiner Lebenspunkte ab. Derlei Kampfweisen konnte ich nichts gleichwertiges entgegensetzen und entschied mich nach zwei Besuchen bei Lars, mein Glück woanders zu versuchen.

Durch zwei Todesmali geschwächt traute ich mir jetzt nur noch einen Rundgang durchs Parapolargebiet zu. Hatte ich doch bei einem Gelage im Struv von einem Tigerschweif gehört, der den Gegner völlig durcheinander bringen kann. Diesem Gerücht wollte ich auf den Grund gehen. Nix wie hin, stolperte ich erst mal über drei schwächliche Schwarzfrösche, die ihre eigene Unzulänglichkeit mit Gift ausgleichen wollten. Da waren sie bei mir aber an der falschen Adresse. In ihrer Nachbarschaft traf ich auf einen großen Eisbären, der mir unbedingt seinen magischen Knochen zeigen wollte. Der Eisbär lebte Tür an Tür mit mehreren großen Pinguinen, wie sich das für ein richtiges Polargebiet gehört. Was der Chaosfrosch dort macht, ist mir jedoch bis heute ein Rätsel. Er versuchte, mich mit allerlei Hokuspokus zu beeindrucken und wollte sich, nach dem ich ihm meine Kampftechniken gezeigt hatte, auch noch verdrücken. Aber ich lief ihm hinterher und konnte ihn mit meiner Ätzaxt auf Briefmarkendicke komprimieren. Wahrscheinlich wollte der Frosch mich mit seiner Flucht vom eigentlichen Ziel meiner Reise ins Parapolargebiet abbringen. Nun durchstreifte ich die Gegend weiter und stand wirklich vor ihm: dem sibirischen Tiger. Er machte einen recht friedlichen Eindruck, aber sein Fell schien mir doch so wie in den Erzählungen beschrieben. Frisch ans Werk dachte ich mir, schärfte ein paar Flammendolche, mit denen ich ein schönes Muster in das Fell des Tigers brannte, und fand in seiner Leiche wirklich, wonach ich suchte.

Fortan beschloss ich, der Tierwelt den Rücken zuzukehren und meine neuen Ausrüstungsteile im Kampf gegen den Drachen Hez´Zoarath zu testen, um in den Range eines Zalkh´Batar befördert zu werden.

Goofy