Zusammengetragen von Matis, Trves im Range eines Takal´Mor

Vorwort

Nach langen Jahren, denen ich jetzt schon dem Struv angehörte, nahm mich Brieseltrim vor einiger Zeit beiseite. „Matis“, meint er, „Du hast viel bei uns gelernt. Deine Fähigkeiten im Kampf mit den verschiedenen Waffen sind, wenn auch noch lange nicht perfekt, so doch ausreichend, um Dich in den Rang eines Zalkh´Batars zu befördern.“ Ich frohlockte. Endlich schien es soweit zu sein, ich würde General werden. Aber Brieseltrim war noch nicht fertig: „Jedoch musst Du dem Struv noch einen letzten Dienst vor Deiner Beförderung erweisen. Schreibe einen Bericht über die besten Wurfwaffen.“

Ich war wie vom Blitz getroffen. Wurfwaffen waren, soweit ich mich an Leyidas´ Lehreinheit erinnerte, doch vor allem Speere und Messer. Diese Waffen waren mir zwar nicht fremd, jedoch als Zwerg hatte ich mich nie mit ihnen anfreunden können. Ich sah meine Beförderung in weite Ferne rücken. Doch von diesem Augenblick an achtete ich auf meinen Reisen durch diese unsere Welt auf speziell für den Wurf geeignete Waffen. Nicht zuletzt die Geschichten von Freunden und Fremden, die ich an so manchem Lagerfeuer erlauschte, halfen mir, derartige Waffen aufzustöbern. Doch nun genug der Einleitung. Höret, was ich zu berichten habe.

Kapitel 1: Die Goblinaxt

Diese Axt findet man, wie der Name schon vermuten lässt, in den Händen eines Goblins, der in Orkhausen, der großen Stadt des Verlorenen Landes, haust. Leider gibt er sie nur sehr ungern in fremde Hände und er hat die in der Stadt patroullierenden Orks auf seiner Seite, sodass diese Waffe nur unter Gefahr zu beschaffen ist. Jedoch lohnt sich der Aufwand aufgrund der Vielseitigkeit der Waffe. Sie eignet sich gut für gemeine, überraschende Schläge im Kampf, Paraden und natürlich den Waffenwurf. Beim Werfen der Axt verursacht man ordentlich Schaden, jedoch würde ich sie eher selten wirklich werfen. Eine solche Axt ist zu wertvoll, als dass man sie im Kampf aus den Händen geben sollte.

Kapitel 2: Die Keule der Winde

Ist man im Auftrage Asaniels auf einen Besuch beim Höllendrachen aus, so wird einem der Weg u. a. von Shagara versperrt. Dieser kann man eine mächtige Waffe, die Keule der Winde, entreißen. Durch seltsame Magie nutzt diese Keule die Kraft des Windes – oder sollte man nicht besser Sturm sagen –, um Zerstörung zu bringen. Diese seltsame Kraft ist es wohl auch, die diesen Kyll zu einer guten Wurfwaffe macht. Ein geübter Kämpfer kann größere Verletzungen beim Gegner hervorrufen, wenn diese Keule geworfen wird. Doch auch hier gilt wieder mein (Zwergen-)Motto: Gib eine gute Keule oder Axt möglichst nie aus der Hand.

Kapitel 3: Der Korr-Dolch

Ein weiterer „Beschützer“ des Höllendrachen ist Hollo. Dieser ist mit einer durchaus ordentlichen Kampfstärke ausgestattet und kämpft dabei mit einer für Hobbits typischen Waffe – einem Dolch. Mit geübtem Kämpferauge erkannte ich sofort, dass dieser Korr-Dolch aufgrund seiner Form als gute Wurfwaffe in Frage kommen könnte. Leider enttäuschte mich der Dolch dann beim praktischen Einsatz. Die verursachten Schäden beim Werfen der Waffe waren eher gering, nur selten gelang mir ein wirklich ordentlicher Treffer. Daher kann ich diesen Dolch nicht guten Gewissens weiterermpfehlen. Aber vielleicht stellt es sich ja für die im Umgang mit Messern erprobten Hobbits unter uns ganz anders dar – ein Versuch kann nicht schaden.

Kapitel 4: Der Flammendolch

Drachen sind bekanntlich die Todfeinde aller Zwerge und so ranken sich viele Mythen meines Volkes um den Gott der Drachen. Dieser haust in der legendären Feuerstadt Ulzu´Bakhtarrh in der Schreckensspitze. Auch in mir schlägt das Blut des Drachentöters und so hat dieser Ort eine fast magische Anziehung auf mich. Bei meinen Erkundungen dort traf ich auf seltsame Diener des Drachengottes, die eine der besten Wurfwaffen überhaupt bei sich tragen: den Flammendolch. Seine Form ist perfekt ausgewogen. Dies ermöglicht im Zusammenspiel mit den stets um die Klinge züngelnden Flammen größte Wunden beim Gegner, wenn dieser Dolch geworfen wird. Der Flammendolch ist eine der wenigen Waffen, die ich mit Freude und Begeisterung für den Waffenwurf einsetze – für mich ist er die Wurfwaffe schlechthin. Jeder Trves sollte sich einmal in der Ausbildung die Qualitäten dieser besonderen Wurfwaffe im Einsatz gegen feuerempfindliche Wesen zeigen lassen, um die Möglichkeiten der Waffenwurftechnik zu erkennen.

Kapitel 5: Die Eisbärenkralle

Die Saphirmine unweit der Tundra dürfte mittlerweile vielen Trves durch Ausbildung und eine Gildenaufgabe bekannt sein. In der Parallelwelt haust dort ein blutrünstiger Eisbär. Nur unter großem Aufwand gelang es mir, diesen zu besiegen – seine vier Pfoten waren wirklich mörderisch. Leider waren nach dem Kampf die meisten seiner Krallen unbrauchbar, doch eine schien noch unbeschädigt. Mit geübtem Kämpferauge erkannte ich sofort die Qualitäten dieser messerartigen Waffe für den Wurf. Im Allgemeinen eine eher durchschnittliche Wurfwaffe zeigt sie im Einsatz gegen kältescheue Wesen ihre Klasse und ruft beim gezielten Werfen auf eben jene schwere Wunden hervor. Es macht Spaß, die Kralle z. B. auf der Feuerebene der Schreckensspitze beim Waffenwurf einzusetzen und dabei die erzielte Wirkung aus den angsterfüllten Augen der Monster dort abzulesen – sofern diese noch geöffnet sind.

Kapitel 6: Der singende Speer

Einer der größten Feinde des Struv, der Verräter Elholdriel, hat sich in eine fremde, von Dämonen beherrschte Dimension geflüchtet. Doch Verrat ist ein Verbrechen, das nicht ungesühnt bleiben darf, und so wollte auch ich mir einst das von Brieseltrim ausgesetzte Kopfgeld (welch angenehmer Nebeneffekt) verdienen. Doch neben den Ohren des Verräters brachte ich auch eine Waffe von dieser Mission mit, von der alle Kämpferelfen nur mit leuchtenden Augen berichten: den singenden Speer. Dieser nahezu einzigartige Speer besticht durch seine große Vielseitigkeit, die ihn wohl so interessant für viele Trves werden lässt. Und wie in diesem Bericht nicht anders zu erwarten, entpuppt er sich auch als durchaus brauchbare Wurfwaffe. Die beim Wurf der Waffe erzielte Wirkung kann sich sehen lassen, kommt aber nicht an die Zerstörungskraft etwa der Flammendolche heran. Doch wer gibt schon eine solche Waffe freiwillig aus der Hand – ich kenne keinen.

Kapitel 7: Der goldene Ritualdolch

Auf meinen Streifzügen durch die Dämonendimension entdeckte ich hinter einem Sumpf ein Gebäude, welches sich nur als Blutturm beschreiben lässt. Der dort ansässige Alchemist hat eine exzellente Waffe in seinem Besitz: einen goldenen Ritualdolch. Was dem Elfen sein singender Speer, ist dem Hobbit sein goldener Ritualdolch. Auch diese Waffe ist nahezu einzigartig und glänzt durch ihre Vielseitigkeit als besondere Parade-, Todesstoß- und Waffenwurfwaffe. Dabei bezieht sie ihre Stärke daraus, dass sie finsteren Dämonen geweiht wurde. Trotz seiner Größe ist dieser Dolch sehr ausgewogen und hat damit die Voraussetzung zu einer hervorragenden Wurfwaffe, was meine Tests auch untermauern konnten. Besonders gegen Gegner, die auf bösen Schaden allergisch reagieren, kommt das volle Potential zum Tragen – der Dolch hinterließ riesige, blutende Spuren in meinen Gegnern. Doch auch gegen andere Monster beeindruckte der Dolch mich beim Waffenwurf – er hat sich das Prädikat „besonders empfehlenswert“ verdient :o).

Kapitel 8: Der Speer des einsamen Kriegers

Hoch im Norden gibt es einen einsam durch die Wildnis streifenden Krieger, der das Kämpfen bei uns im Struv gelernt hat. Dieser nennt einen Speer sein Eigen, welcher angeblich eine recht passable Wurfwaffe abgibt. Ich selbst war jedoch ziemlich enttäuscht von den Qualitäten des Speers beim Waffenwurf. Die erzielte Wirkung beim gezielten Wurf auf einen Gegner war gering und den Aufwand an Konzentration nicht wert. Für einen erfahrenen Trves ist dieser Speer sicher nicht die geeignete Wahl für eine Wurfwaffe.

Kapitel 9: Die Beduinenlanze

Unlängst wurde südlich der Akademiestraße ein neues Gasthaus eröffnet: das „Werith´s Inn“. Dort trifft man des Öfteren einen Beduinen, der im Besitz einer sowohl für den Nah- als auch den Fernkampf nützlichen Lanze ist. Er versteht es auch meisterlich, diese Waffe einzusetzen. Vorsicht ist ebenfalls vor dem Rausschmeißer, einem Troll, geboten. Hat man beide davon überzeugt, dass man die Beduinenlanze unbedingt bräuchte, so hat der geübte Trves eine ordentliche Stangenwaffe und eine sehr gute Wurfwaffe in seinen Händen. Beim Waffenwurf verursacht man sehr großen Schaden beim Gegner. Selbst ich als Zwerg kam damit recht gut – für mich erstaunlich – beim Werfen zurecht. Für die Elfen unter den Kämpfern sollte diese Lanze also durchaus interessant sein, da sie relativ leicht zu besorgen ist.

Kapitel 10: Das Messer der Angst

Tief unter Orkhausen treiben schreckliche Dämonen und andere Wesen der Finsternis ihr Unwesen – es gibt sogar Legenden, SATAN persönlich hause dort. Auf einem meiner Streifzüge in den verwinkelten Gängen der Katakomben entdeckte ich einen untoten Bischof, der ein gar komisches Messer bei sich trug: das Messer der Angst. Als ich es, in meinen Händen haltend, einer genaueren Untersuchung unterzog, erkannte ich die Vorzüge der Waffe für den gezielten Wurf. Im Allgemeinen eine durchschnitlliche Wurfwaffe ohne allzu großen Schaden, zeigt das Messer im Einsatz gegen leicht zu Panik neigende Feinde seine Sonnenseite – es verbreitet Angst und Schrecken und fügt den Feinden große Schmerzen beim Waffenwurf zu.

Kapitel 11: Kzaa´nah

Vor langer Zeit hatte ich einmal eine persönliche Fehde mit Hutzlix LXXV., einem Vorfahren des jetzigen Königs der Hutzelgnome. Von ihm in einen Kristallgarten verbannt, entdeckte ich dort neben dem Ausgang einen weiteren Weg und diesem folgend landete ich in einem Massengrab. Mit hoher Vorsicht und guten Kletterkünsten gelang es mir durch bloßes Bewegen des kleinen Fingers, eine sehr alte Waffenkammer zu finden. Diese enthielt u. a. eine arkane Axt. Von dieser Kzaa´nah genannten, einhändigen Waffe ging eine seltsame Magie aus, zudem war sie sehr seltsam geformt. Trotzdem oder gerade deswegen schien sie eine ganz brauchbare Wurfwaffe zu sein. (Schlacht-)Feldversuche ergaben dann auch mittelmäßige Resultate beim Wurf der Axt, die jedoch nicht wirklich überzeugen konnten. Es sollte jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass die Axt hochmagisch ist und dadurch ihr Waffenwurf-Schadenspotential beim gezielten Einsatz gegen empfindliche Feinde höher ist.

Nachwort

Zum Abschluss noch ein paar allgemeine Bemerkungen. Dieser Bericht beschreibt nur Waffen, die einen speziellen Bonus für den Waffenwurf der Trves aufweisen. Dabei erhebt er keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Natürlich kann man in dieser unserer Welt noch weitere, im Kampf sehr gut zu werfende Gegenstände finden. Erwähnt seien hier nur etwa Wurfsterne, Bumerangs, Säurebälle und Flammenkugeln. Auch diese Waffen können, zum Teil entsprechende Übung vorrausgesetzt, äußerst wirkungsvoll im Kampf eingesetzt werden. Ein jeder Trves sollte ab und zu seinen Horizont erweitern und auch diese Waffen durchaus einmal testen. Erfahrene Trves sind in der Lage, die meisten der oben beschriebenen Waffen zu schärfen. Nur im geschliffenen Zustand zeigen die Waffen dem Kämpfer ihr volles Potential. Deshalb: Niemals den Schleifstein vergessen, so kann man ja auch kleinere Schäden am Wurfwaffenarsenal ausbessern.

Matis