Fassungslos starrte ich auf das Thema des mir zugedachten Berichtes, welches mir von der Führung des Koru-Tschakar-Struvs in Person von Brieseltrim genannt wurde. Erwartet hatte ich einen Bericht über die Bezwingung eines der großen Monster des Morgengrauens oder die Erkundung von feindlichem Territorium … aber eine Einschätzung des Angebots der Seherläden?

Achselzuckend, schließlich wissen die da oben, was gut für mich ist, begab ich mich zu dem auf Svolvaer gelegenen Seherladen und wollte ihn zwecks gründlicher Einschätzung der vorhandenen Artikel leerkaufen. Nach einem kurzen Blick auf Preise und Menge der vorhandenen Artikel korrigierte ich meinen ursprünglichen Plan mithilfe des im Laden erstandenen Editors auf „Nicht leerkaufen, nur Testeinkauf für Bericht“, zumal das Lager regelmäßig aufgefüllt wurde und nur wenige Sachen so … ähm … gut sind, dass ihr Angebot begrenzt ist. Also löste ich schweren Herzens mein Sparkonto bei der Morgengrauenbank auf und begann, mein Vorhaben erneut in die Tat umzusetzen.

Zuerst löste ich also meine liquiden Mittel in die Ausrüstung um, die es nunmal in diesem Geschäft gibt, wobei ich die Feststellung machte, dass der olle Geizhals von Verkäufer nix zurücknimmt, ergänzte das Ganze durch die Sachen, die es im Port Vainer Seherladen gab (zum Glück für meinen Geldbeutel war das Angebot größtenteils identisch) und begann damit, die verschiedensten Utensilien auf meiner Reise durch diverse Metzelgebiete auszuprobieren, nachdem ich mir noch meine Sammlung durch das kleine Angebot aus der Apotheke vom Bergdorf ergänzt hatte.

Nach einer stundenlangen Verschönerungsaktion meiner Ausrüstung, was ein Malkasten alles anrichten kann … (nein nicht kristallgrün! ;-)) schwang ich mich also lustig pfeifend auf mein neuerworbenes Skateboard und schoss los in Richtung des gigantischen Berges, welcher sich die Schreckensspitze nannte, um das neuerworbene Gerät auszuprobieren und eine Party in der wärmsten Ebene in gemütlicher Atmosphäre zu feiern.

Unterwegs gierig die neidischen Blicke der weniger gut ausgerüsteten Mitmudder aufsaugend, stellte ich erstmal die EP-Mess-Uhr auf Null, um am Ende des Tages ein objektives Bild über meine … ähm … Leistungen zu erhalten. Kurz vorm Dorf der Elfen begegnete ich einer netten Person namens Hippe, die leider nur auf allzu fiese Art und Weise von meiner fast noch niegelnagelneuen Stimmgabel auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wurde (ich kann nicht einmal sagen: „Schade um das Auto“).

Grinsend zog ich dann mein „Born to Kill“-T-Shirt an und machte mich an die Vorbereitung für meinen geplanten Ausflug ins Grüne, Schleimige und Eisige. Nach kurzer Vergewisserung, dass zumindestens ein paar der Hauptfiguren der netten Runde im vertrauten Kreis auch wirklich da sind – man nehme den schwarzen Diamant, verknote sich die Zunge und voilà – gings weiter. Schnell noch die Ankündigung mit dem hypercoolen Postkartendrucker verschickt. Die mit der Geburtstagstorte an den Feuerteufel (ich schrieb extra noch drunter „Kein Geburtstag, nur Überraschungsparty!“), eine dieser „Kleeblatt“-Karten an das Klitzeldrom mit dem Inhalt „Treff in einer halben Stunde, wünsch mir Glück, dass ich’s pünktlich schaffe“ und die mit dem schlafenden Drachen an den Schlammdrachen „Räum auf, bin gleich da!“

Jetzt nur noch mit dem Wecker die Zeit eingestellt – wär ja schade, wenn ich den Anfang verpassen würde – und eigentlich dürfte ich nichts vergessen haben, und mich rasenderweise auf meinem „Board“ (Insiderslang hoff ich) dem Berge nähern.

Angekommen in der SSP (kurz für Schreckensspitze) versuchte ich zuerst einmal, mit leichten Syntaxproblemen vom Skateboard abzusteigen (glaub nicht, dass sich der grimmig blickende Orkanführer von so ein paar Ollis oder ähnlichen Kunststücken hätte beeindrucken lassen) und wollte gleich mal die frisch erworbenen Bumerange, ähm Bumeränge – Bumerangs (?), also die Bumis testen. Inspiriert von Erinnerungen, in der einer dieser lächerlichen Bierschüttler mit zwei dieser Wurfgeräte innerhalb relativ kurzer Zeit einen Goblin umsäbelte, stellte ich mich, in jeder Hand einen Bumerang, dem Ork. Nach kurzer Konzentration auf den Feind schleuderte ich beide Teile auf den oder – vielleicht sollte ich besser schreiben – in Richtung Ork. Mein überlegenes Lächeln wich jedoch ungläubigem Staunen, als ich mich mit dem ersten der beiden fast selbst köpfte, während der zweite kurzerhand vom Ork abgefangen und mit deutlich mehr Geschick auf meinen Schädel zurückgeworfen wurde.

Mit gar widerlichen Kopfschmerzen sammelte ich mich zunächst im angrenzenden Raum. Also so hatte ich mir die Sache nicht vorgestellt. Nach einer Übungsperiode vermochte ich aber durchaus mit dem Schaden des vorhin erwähnten Bierschüttlers mitzuhalten, allerdings sollte ein wahrer Trves lieber seine Waffenfertigkeiten trainieren, als mit solchen Spielereien umgehen.

Als dann der Ork nach einem kurzem Kampf nichts weiter gegen mein weiteres Eindringen (an alle Kampfzwerge: das Eindringen in die SSP ist gemeint!) hatte, erinnerte ich mich daran, dass es diverse Chaoten schafften, hinterhältigerweise die SSP für Personen, denen der magische Beutel unbekannt ist, komplett zu versiegeln, und führte nun mal den wirklich belustigenden Selbsttest durch. Nachdem auch der dritte Metzler unverrichteter Dinge wieder abgezogen war, löste ich die Straßensperre wieder auf und flitzte mit den erstklassig schützenden Siebenmeilenstiefel durch die engen Gänge der Ebenen. Nebenbei fleißig mit dem Theatermesser (oder besser mit den Extraangriffen … seltsamerweise machte ich sonst ziemlich wenig Schaden) Pflanzenzeugs beiseite schaufelnd kam ich freudestrahlend auf der Eisebene an.

Der Flammenwerfer, den ich im Laden ziemlich preiswert erwarb, sollte mir hier gute Dienste leisten. Kalt lächelnd richtete ich also den Werfer auf den ersten Schneeriesen, der so töricht war, den Weg nicht freiwillig zu räumen. Mit Genugtuung drückte ich den Abzugshahn durch, erfreute mich an dem Geruch des schmelzenden Eises (Häh? Wie riecht das denn?), nur um danach festzustellen, dass der Riese unbeeindruckt auf mich niederstarrte. Grummelnd schaute ich in meinem neuerstandenem Wörterbuch (wenn dieses eindeutige Eiswesen Feuer überlebt, muss es ein Dämon sein!) nach, vielleicht ließ sich dann ja eine Konversation in dämonisch anleiern.

Nachdem ich meinen esoterischen Trip wieder beendet hatte – der Dämon oder Riese zeigte immer noch keine Regung, beschloss ich, das Ganze doch lieber mit herkömmlichen Mitteln anzugehen. Lässig den Lolli in den Mund geschoben fegte ich nun also durch die Eisebene in gewohnter Manier, um dann zuerst nach links abzubiegen (oder Westen, wie der eingefleischte Kartenmaler sagen würde), schließlich hatte ich dem Schlammdrachen meine Aufwartung versprochen gehabt. Als ich die Höhle des Drachen betrat, zuckte ich wiedermal zusammen. TROTZ Ankündigung hatte es der Faulpelz nicht auf die Reihe gebracht, seinen Stall einigermaßen aufzuräumen. Also packte ich das sorgfältig mit wunderschönem Geschenkpapier verpackte Kissen aus und warf es zugegebenermaßen leicht verärgert auf den Drachen. Ignorant wie der Bengel nun mal ist, wollte er es natürlich auch nicht wieder rausrücken, aber so leicht wollte ich das von einem Gott persönlich hergestellte Kuschelkissen nun nicht hergeben, schließlich war es als Belohnung gedacht und nicht als Mitbringsel.

Also zückte ich testenderweise das Baumwollschwert und fing an, auf das Untier einzuwedeln. Doch selbst nach einer kleiner Verbesserung am Schwert war der Schaden eher als gering anzusehen, und ich nahm mir vor, das Gerät irgendwann einmal bei weniger resistenten Gegnern auszuprobieren. Erstmal zog ich jedoch wieder althergebrachte Methoden auf, um den Drachen davon zu überzeugen, dass Ordnung sein muss. Nachdem er kleinlaut zu Boden gesunken war, stellte ich den Lüfter auf, um für die nötige Frischluft zu sorgen, und wollte grade anfangen, ein Loch in den Boden zu buddeln, um den Sarg gewinnbringend einzusetzen (irgendwie reagierte der arme Kerl auf meine Wiederbelebungsversuche nicht so wie erwartet), als ich bemerkte, dass die Auseinandersetzung mit dem Drachen doch nicht so spurlos an mir vorbeigegangen war.

Also setzte ich mich hin, wünschte mir ein kühles Blondes (jaja, fast jede untrinkbare Biersorte stand/steht zur Verfügung) und hoffte auf baldige Genesung.

Leider heilte das Getränk nicht so, wie ich es eigentlich erwartet hatte, und so musste ich mich doch auf den Weg zur nächsten Tanke machen. Mit der fesch aussehenden Röntgenbrille hoffte ich, neue zu entdecken … aber bis auf diverse Lackunterwäsche beim Eisriesen (?!) konnt ich nix weiter entdecken. Folglich … das Teil taugt auch nix. Außerhalb tankend – dank meines fortschrittlichem Alkoholteströhrchens im noch ertragbaren Rahmen, schließlich spielt der Alkoholwert eine entscheidende Rolle bei den Kämpfern – fühlte ich mich dann wieder fit und zog unter lautem Dudelsackpfeifen und einer Niederlage eines Eisgiganten im Würfeln (immer wenn er eine Zahl niedriger hatte – ein Schlag auf die Rübe) beim Klitzeldrom ein.

Stolz präsentierte ich nun das, wie ich dachte, ziemlich kurzweilige Schiebepuzzle, musste aber feststellen, dass es gar kein Spiel an sich, sondern ein Sortiergerät für die chaotische Ausrüstungverteilung war.

Verlegen überlegte ich flink, wie die nun doch etwas peinliche Situation überbrücken konnte und fand glücklicherweise noch das 4-Gewinnt-Spiel in den Tiefen meines Einkaufsbeutels. Nach ein paar lustigen Runden stellte ich den Ikonographen auf und obwohl sich der kleine Kobold wegen der doch etwas kälteren Atmosphäre ziemlich lautstark beschwerte, ließ ich es mir nicht nehmen, eine Ikonographie zusammen mit Dromi aufzunehmen.

Weiter dann Richtung Feuerebene. Nebenbei wieder einen weiteren Eisgiganten von perfekter Würfeltechnik oder so überzeugen, ein paar netten (scheinbar aber schon betrunkenen Bullywugs) ausweichen und schon stand ich auf dem Eventplatz. Kraftvoll schmetterte ich in die Tröte und kurze Zeit später rief das heißgeliebte Partymonster seinen Gruß hinaus.

Nachdem diverse Feuerriesen (ähnlich den Eismonstern und den Flammenwerfer) die eigentlich für sie geschaffene Spritzpistole ignorierten und sie anschließend dank gut gelernter Waffentechnik das Zeitliche segneten, stand ich nun, durch ein paar wenige randalierende Dämonen und bissige Köter brechend vorm Hauptteilnehmer, dem ich dann auch freudestrahlend das Überraschungsei überreichte. Aber entweder schmolz die Schokolade zu schnell, war der Inhalt nicht spannend genug oder wie auch immer, auf jeden Fall lief das abschließende kuschelige Zusammensein zwar feurig aber nicht so gemütlich ab, wie ich mir das gedacht hatte.

Abschließend am Strand von Port Vain, ließ ich mir die ganze Sache bei entspannenden Strandballspielchen und lustigem Sandförmchenbenutzen (weia, wer proggt den sowas?) die ganze Geschichte nochmal durch den Kopf gehen. Den vollständigen Bericht schickte ich dann dank Max und seinem Fernschreiber direkt an Kloiren samt folgender Einschätzung: Das Warenangebot aus den Seherläden ist durchaus in der Lage, etwas mehr Farbe in den tristen Mudalltag zu bringen oder das Seherleben etwas komfortabler zu gestalten (gilt speziell für diverse Autoload-Gegenstände), aber wirklich herausragende Sachen sucht man wohl (bestimmt auch eine Geschmacksfrage) vergebens.

Novastorm