Neulich fragte mich doch Brieseltrim, welches mein Lieblingsmonster sei. Da antwortete ich ihm gleich: „Es ist natürlich die Hydra“. Daraufhin fragte er mich: „Wieso die Hydra?“ Ich sagte: „Es macht Spaß, ihr die Köpfe einzeln abzuschlagen und ihr dann mit dem Todesstoß den Rest zu geben. Dies ist aber nicht so einfach, man muss mit einer bestimmten Strategie vorgehen, sonst kann es passieren, dass sich die Köpfe wie Ratten vermehren und sie dadurch noch schwieriger zu besiegen ist“.

Brieseltrim begann sich für die Hydra mehr zu interessieren, so entschied ich mich, einen Bericht über sie zu schreiben.

Kapitel 1: Die erste Begegnung mit der Hydra

Bei meinen Forschungen in der Nähe der Hochebene entdeckte ich zwei geheimnisvolle Sphinxen. Als ich an ihnen vorbei wollte, ließen sie mich nicht. Sie sagten, sie mögen gerne Rätsel und jeder, der an ihnen vorbei will, müsse erstmal ein solches beantworten:

„Man kann mich berühren,
Aber Ich beiße jeden, der es wagt.
Ich rase in trockenem Wald,
Doch ich sterbe im kalten Nass.
Wo ich auch vorbeikomme,
Hinterlasse ich ein schwarzes Leichentuch.“

Zum Glück hatte ich das Buch „Der Herr der Ringe“ in meinem Rucksack, wo gleich die Lösung stand. So gelangte ich dann endlich ins Tal der Lupinen. Nachdem ich mich dort eine Weile umgesehen hatte – die Gegend war im Allgemeinen sehr nebelig –, hörte ich plötzlich ein seltsames, lautes Heulen. Es klang wie das Schreien von mindestens 7 Drachen und muss irgendwo von den Wolken gekommen sein. Ich bekam es mit der Angst zu tun. Ich flüchtete schnell in Richtung des Tempels im Norden, weil ich glaubte, das wäre der sicherste Ort in der Nähe, doch da stand ein Tier, offensichtlich das, welches die Geräusche von sich gegeben hatte, vor mir: Ein drachenartiges Wesen mit elf Köpfen wie ich es noch nie vorher gesehen hatte – die Hydra. Da ich zu der Zeit noch keine große Kämpferin war, überlegte ich nicht lange, rannte wieder Richtung Sphinxen und wartete bis sie wieder weggeflogen war.

Kapitel 2: Der erste Kampf

Meine weiteren Nachforschungen im Lupinental ergaben, dass die Hydra ungefähr alle 12 Stunden – manchmal lässt sie sich auch mehr Zeit – im Tal der Lupinen vorbeischaut, um nach dem Rechten zu sehen, vor allem auch, um unerwünschte Forscher und Abenteurer zu vertreiben. Dies gefiel mir nicht so recht, so machte ich meine ersten Überlegungen – meine Fähigkeiten als Kämpferin waren inzwischen enorm gestiegen – mich ihr in einem Kampf zu stellen. Als ich mal wieder hörte, dass sie vor über etwas mehr als 12 Stunden das letzte Mal im Tal war, beschloss ich, es wieder zu betreten, um auf sie zu warten. So nach etwa einer weiteren Stunde – sie ließ sich wohl diesmal etwas mehr Zeit, vielleicht musste sie noch ihre elf Köpfe schminken – trudelte sie endlich ein. Ich näherte mich ihr vorsichtig, da streckten sich schon zwei ihrer Köpfe mir entgegen. Sie hauten ziemlich stark zu, doch in der Nähe konnte ich mich in der Taverne „Zum schäumenden Krug“ stärken, und so schlug ich ihr die ersten beiden Köpfe ab. Ich entfernte mich wieder ein wenig, sie kam wieder auf mich zu, und streckte mir wieder 2 Köpfe entgegen. So machte ich weiter, bis 12 Köpfe tot waren. „Moment mal“ dachte ich, „12 Köpfe? Aber sie hatte doch nur 11? Komisch“, ich ging direkt mit einem Kampfsprung auf die Hydra zu, und erschrak, als 23 (!) Köpfe auf mich einschlugen. Ich sah, dass an den Stellen, wo ich die Köpfe abschlug, immer 2 nachgewachsen waren. Ich konnte mich gerade noch kurz vorm Krepieren davon machen. So verließ ich wieder das Tal, und ließ die Hydra davon fliegen, und überlegte, wie man dem Biest Herr werden könnte.

Kapitel 3: Der erste Sieg

An den Stellen, an denen die Köpfe nachwachsen, überlegte ich, muss man wohl was tun, um dies zu verhindern, und zwar rasch, da die Köpfe so schnell wachsen, dass man dies sogar sehen kann. Als ich einen dummen Zwerg sah, der mit der Zigarette eine Zecke auf seiner Haut ausdrückte, kam mir ein Blitzgedanke: ‚Vielleicht hilft es, wenn man die Stelle, wo die Köpfe nachwachsen, genauso ausbrennen könnte‘, vielleicht hilft es auch bei der Hydra. Allerdings, braucht es da etwas Größeres als eine Zigarette, vielleicht ein brennender Ast oder besser gleich ein Stamm, am besten den einer Tanne, denn der ist leicht, und brennt auch gut.

So besorgte ich mir so einen Stamm ganz in der Nähe des Lupinentals und wartete wieder auf die nächste Hydra. Sie hatte wieder nur 11 Köpfe – 23 Köpfe waren ihr wohl zu viel. Diese alle zu schminken, das wäre etwas viel Arbeit. Ich ging also wie gehabt vorsichtig auf sie zu, konzentrierte mich auf einen Kopf, killte ihn, zückte den Stamm und rannte auf den Hydrakörper zu. Bevor ich den Stamm ansetzen konnte, packte mich die Todesangst. Ich rannte zur Taverne und kurierte mich aus.

Ich wusste, nun hab ich es mit 12 Köpfen zu tun. Ich ging wieder auf die Köpfe zu. Diesmal haute ich nur so lange auf dem Kopf herum, bis er ziemlich stark angeschlagen war. Dann stärkte ich mich wieder in der Taverne, ging auf den Kopf zu, gab ihn den Rest, zückte schnell den Stamm und rannte auf den Körper zu, setzte ihn an und traf an der richtigen Stelle, wo der Kopf vorher saß. Dann entfernte ich mich schnell, bevor sie wieder zuhauen konnte.

Als ich wieder frisch gestärkt war, ging ich wieder auf die Hydra zu, um die Köpfe zu zählen. Und, ich stellte erfreulich fest, dass es wieder nur 11 waren, das Ausbrennen hatte also geholfen. So ging ich mit den restlichen Köpfen vor, bis keine mehr da waren, nur noch der Körper. Erstaunlicherweise lebte dieser noch, ohne Kopf. Daraus konnte ich vermuten, dass ihr Gehirn nicht in einem der Köpfe, sondern woanders sitzen musste (wenn sie überhaupt eines besitzt, nicht so wie die Zwerge).

So erledigte ich dann den restlichen Körper, der auch noch gut zuschlagen konnte und erhielt so als Belohnung einen Panzer, welcher gleich einige tolle Eigenschaften besitzt: Zum einen spendet er Licht und ersetzt so eine Fackel. Man behält ihn beim Tod, sogar über einen Reboot hinaus, er bietet einen recht guten Schutz und er ist dazu noch superleicht, also auch für Karatekas geeignet. Vor allem für Zauberer ist der Panzer klasse. Man behält die Rüstung dann sechs Wochen, danach verfällt sie, wenn man sie tragen will.

Anhang

Tipps beim Hydra-Töten:

  • Niemals den brennenden Baumstamm vergessen. Es soll noch ein Objekt geben, das für das Ausbrennen geeignet ist.
  • Am Anfang nie den Körper direkt angreifen, sondern immer nur einzelne Köpfe. Außer man ist in einem großen Team oder gut geschützt. Je nach Größe des Teams und Stärke des Schutzes sowie Anzahl der verbleibenden Köpfe kann man sich an den Körper wagen.
  • Wenn ein Kopf fällt, sollte derjenige, der die Stelle ausbrennt, dazu bereit sein und darauf achten, dass er genügend Lebenspunkte sowie auch ausreichenden Schutz besitzt, sonst kann es sein, dass er nicht zum Ausbrennen kommt, im schlimmsten Fall kann dies sogar tödlich sein. Furchtlose Kämpfer sind hier übrigens erfolgreicher, zumindest wenn das Lagmonster nicht gerade anwesend ist.

Liste hilfreicher Objekte:

  • Ein Baumstamm (brennend): Dieser ist nicht nur hilfreich, sondern den muss man haben.
  • Einen Handspiegel: Diesen gibt es in einem bestimmten Laden zu kaufen. Er kann sagen, wo sich die Hydra gerade befindet.
  • Das Bestiarium: Das Bestiarium gibt es in einer Quest. Es kann einem ungefähr sagen, wann die Hydra wiederkommt.
  • Eine Plüschhydra: Diese gibt es zum Zeitpunkt als der Bericht geschrieben wurde, noch nicht offiziell. Sie kann einem sagen, ob die Hydra gerade da ist und wenn ja, wie viele Köpfe sie derzeit besitzt.

Selissa