Für fast jeden Trves kommt früher oder später einmal der Tag, an dem ihm die Möglichkeit gegeben wird, sich für die gehobensten Reihen unter den Kämpfern der Koru Tschakar zu qualifizieren. Die Anforderungen sind sehr hoch und so ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Kämpfer ein sehr hohes Ansehen genießen und dies nicht nur unter den Angehörigen des Struv, sondern auch in der ganzen uns bekannten Welt und meistens sogar darüber hinaus. Wann immer ein Problem als unlösbar erscheint, wenden sich Wesen verschiedenster Rassen und Gesinnungen vertrauensvoll an diese Leute, da sie mit ihren schier übermenschlichen Kampffertigkeiten jedes fiese Monster in die Flucht zu schlagen in der Lage sind.

Ich selber habe eine lange Zeit im Struv gedient, stets darauf aus, das Wissen, das mir übermittelt wurde, wachsen zu lassen und nach und nach dem Bild eines perfekten Kämpfers zu entsprechen. Und eines Tages war es dann soweit, ich hatte bereits einen der höchsten Ränge inne, als mich unser Kommandant vor sich antreten ließ.

Obwohl ich eine vage Vorstellung von dem hatte, was er sagen würde, wartete ich dennoch geduldig ab, bis er letztendlich zu sprechen begann. „Seid gegrüßt, Zerstörer HeroMcFly von den Kämpfern des Koru Tschakar Struv. Ich habe euer Fortkommen innerhalb unserer Reihen eine ganze Weile beobachtet“, sprach er. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich nicht sagen, ob das eine positive Aussage war oder nicht und während ich noch darüber nachdachte, fuhr er fort: „Es scheint, als wäre aus dem kleinen schwächlichen Abenteurer von damals ein richtiger Kämpfer geworden. Wie mir von Deinen Ausbildern berichtet wurde, nähern sich Deine Fertigkeiten im Kampf langsam der Perfektion.“ Na das klang ja schon mal nicht schlecht und unbewusst stand ich in diesem Moment noch ein wenig stiller als sonst. Der Kommandant sprach weiter: „Auch hast Du in vielen Situationen unserer Gemeinschaft viel Ehre und einen guten Ruf in der weiten Welt verschafft. Um es abzukürzen, du erfüllst beinahe alle Anforderungen, die ein Kämpfer braucht, um in den Range eines Zalkh´Batar befördert zu werden.“

In diesem Moment erfüllte mich großer Stolz, von Anfang an war es mein Ziel, dieser Elite anzugehören und nun sollte es bald soweit sein. Der Kommandant schien meine Aufregung zu bemerken und er fuhr fort: „Eine Winzigkeit fehlt allerdings noch, eine Sache, die eigentlich sehr leicht zu erledigen ist, an der aber die meisten Anwärter scheitern …“ In diesem Moment fiel es mir siedend heiß ein: ‚War da nicht was? Etwas, was der Kommandant gesagt hatte, als ich in den Rang eines Zerstörers erhoben wurde? DER BERICHT! Diesen Punkt der Anforderungen hatte ich lange Zeit verdrängt. Wie war noch das Thema? Irgendeine eigenartige Metapher? Hatte es nicht irgendwas mit Humor zu tun?‘

Vage nahm ich wahr, dass jemand mit mir redete: „Aus Deinem dämlichen Gesichtsausdruck schließe ich, dass Dein Bericht immer noch nicht fertig ist. Du solltest diesen Missstand bald ausgleichen, sonst kannst Du Deine Beförderung gleich vergessen. Wegtreten!“

Mechanisch auf dieses magische Wort reagierend verließ ich das Büro, während ich weiterhin versuchte, mich an dieses verflixte Thema zu erinnern. In Gedanken versunken und nicht weiter auf meinen Weg achtend betrat ich die Trainingshalle, als plötzlich irgendwas Haariges mit meinem Beinpanzer kollidierte. Durch diese Erschütterung aus meinen Träumereien erwachend musterte ich meine Umgebung und als mein Blick auf den Boden fiel, lag dort der uns allen bekannte Hobbit, der für die Einführung neuer Rekruten in den Alltag des Struv zuständig war, auf dem Rücken, während er noch einen verspäteten Versuch unternahm mich zu grüßen. Ich konnte mich nicht mehr beherrschen und brach in lautes Gelächter aus, was mir einige merkwürdige Blicke einbrachte, aber dieser völlig verstörte Unteroffizier, der zu meinen Füßen lag, brachte meine sonst so eiserne Selbstbeherrschung ins Wanken und so lachte ich, bis ich plötzlich ein eigenartiges Ziehen in der Magengegend verspürte. Dieses Ereignis half meinem Gedächtnis erheblich auf die Sprünge, so dass mir der Wortlaut meines Themas doch wieder einfiel.

Brieseltrim wollte also einen Bericht über die witzigsten Gegenden unserer Welt haben. So hatte ich nun mein Thema wieder. Alles was ich tun musste, war mich hinzusetzen und einige meiner lustigsten Erlebnisse schriftlich niederlegen.

Nachdem ich dem armen Hondam wieder auf die Beine geholfen hatte und seine Beule am Kopf mit einem kameradschaftlichen Schlag auf dem Rücken geheilt hatte, begab ich mich in die Bibliothek, um mich in aller Ruhe meiner Aufgabe zu widmen.

So saß ich nun auf einem der gar nicht mal so bequemen Stühle in der Bibliothek und ließ meine Gedanken in die Vergangenheit schweifen. Was hat mich auf meinen langen Reisen am meisten amüsiert?

Nach einer Weile des Grübelns drängte sich mir ein Bild auf, eine Erinnerung aus einer Zeit, die mittlerweile schon Ewigkeiten zurück zu liegen schien. Ich sah im Geiste einen jungen Kämpfer, dessen Rangabzeichen ihn als einen Krakh´Getres auswiesen, der zwar mit wenig Geschick, aber einigem Mut versuchte, einen Ork zu bezwingen, indem er seine erst kürzlich erworbenen Kampftechniken anwendete.

Dabei richtete er jedoch entweder keinen Schaden an oder der Schaden wurde nicht an seinem Gegner gemacht. Mal verknotete er sich die Arme oder haute sich seinen Schild gegen den Kopf. Mal stolpert er völlig unkoordiniert in der Gegend rum, was für einen Zuschauer durchaus drollig wirken mag, für den, dem es passierte, in diesem Fall jedoch mit einem längeren Lazarettaufenthalt verbunden war, nachdem er sich mit einer besonders gut gelungenen Schildparade selbst außer Gefecht setzte.

Na das war doch schon mal ein Anfang, dachte ich mir immer noch in mich hineingrinsend. Naja mittlerweile kann ich den Schaden an meiner Person ja auf ein Minimum reduzieren. Aber wie siehts mit den jüngeren Leuten aus, die in diesen Tagen ihre ersten Gehversuche in dieser manchmal recht feindlichen Welt sammeln?

Vage formt sich in meinem Geist das Bild eines hageren, jungen Mannes in einer viel zu weiten Robe. Ah ja, die kleinen Zauberer sind auch recht erfahren in selbstzerstörerischen Maßnahmen, nur dass sie meist zu feige … ähm schüchtern … sind, ihre Misserfolge in der Öffentlichkeit zu zeigen. Doch so manches urplötzlich explodierende Haus zeugt davon, dass hier wohl mal wieder ein Stümper am Werke ist oder hieß das Stpermeu? Ist ja auch egal – worauf ich hinaus will, ist, dass es eine große unterhaltende Wirkung haben kann, das Jungvolk zu beobachten.

Recht zufrieden über mein Fortschreiten lehnte ich mich erstmal zurück, um eine schöpferische Pause einzulegen. Als ich meine Aufzeichnungen noch einmal durchsah, musste ich jedoch zu meinem Entsetzen feststellen, dass das, was ich bis jetzt geschrieben hatte, doch recht weit vom eigentlichen Thema abgewichen ist. Doch welche Gebiete haben an sich schon einen unterhaltsamen Wert und sind nicht darauf ausgelegt, möglichst schnell das Leben eines Besuchers auszulöschen? Wieder setzte ich mein Bitte-nicht-stören-ich-denke-angestrengt-nach-Gesicht auf und grübelte eine Weile vor mich hin.

Plötzlich ließ ein Geistesblitz meine Haare zu Berge stehen. Da war doch noch diese unverschämt schwer zu erreichende Insel. Nein, nicht die Insel auf der sich unsere Festung befindet. Wo war das nur, wo ich mir die Brandblasen an den Füßen geholt hatte, diese Insel, deren Name fast wie ein Suppengewürz klingt? Und schon hatte ich wieder ein Bild vor Augen. Das Bild einer Insel – bevölkert von vielen eigenartigen Lebewesen, deren Ursprung bestimmt maggisch ist. Maggisch ? Ahhh – der Name war Maggi, äh, Magieinsel.

Wahrlich weit und anstrengend war der Weg. Ausgehend von der Feuerinsel, die an sich schon einen Besuch wert ist, bahnte ich mir einen Weg zur Westseite der Insel, an der sich ein großer Vulkan befindet. Bis dahin deutete noch nichts darauf hin, dass sich diese Gegend von anderen Gegenden unterscheiden würde. Als ich den Vulkan näher betrachtete, fiel mir auf, dass es durchaus möglich wäre, sich dort einen Weg auf die andere Seite zu bahnen.

Kurzentschlossen kletterte ich in den Krater und fand mich bald umgeben von brodelnder Lava auf dem Grund wieder. Mit etwas Mühe gelang es mir, einen Weg zwischen den Lavaströmen hindurch zu finden. Wer bei dieser Aktion auf mehr achtet als nur die lebensbedrohliche Situation an sich, wird hier schon allerlei eigenartiges Getier finden wie die große heilige Kuh, den einen oder anderen Lich und diverse Lava-Räuber nebst Anhang.

Nachdem ich den gemütlichen Spaziergang durch den Vulkan hinter mich gebracht hatte, stand ich nun auf der anderen Seite und musste feststellen, dass diese Insel dort ein recht jähes Ende fand. Nur in weiter Ferne ließ sich am Horizont ein Schemen erkennen, der wohl eine weitere Insel war. Da mich die Wassermassen nicht schrecken konnten, hatte ich die Distanz zwischen den beiden Inseln bald überwunden und stand etwas feucht am Strand der Magieinsel.

Ja nun war ich hier und die Insel auch … nur was sollte ich hier? Bei einem ersten Rundgang fiel mir allerlei seltsames Getier auf und nach einer genaueren Inspektion mit dem Kerbholz konnte ich auch gewisse innere Werte verzeichnen. Also stürzte ich mich frohgemut ins Getümmel und war höchst überrascht, als ich feststellen musste, dass fast keines der einheimischen Wesen eine Bedrohung für mich darstellte und nicht nur für mich, sondern eigentlich für niemanden, der hartnäckig genug ist, bis hierher vorzudringen. Aber nicht ihre Schwächlichkeit an sich ist es, was einen unterhaltsamen Wert hat. Vielmehr ist es die Art, wie sie ihre Unfähigkeit zu Schau stellen, wie beispielsweise der Wechhier und Funalushi. Beides absolute Profiwürste mit viel Plan von gar nichts.

Aber nicht nur Anhänger diverser Gilden findet man hier, sondern auch recht verunstaltete, schwächere Versionen vieler gefährlicher Wesen aus dem Morgengrauen, den Schwäch-Lich beispielsweise. Aber das ist noch längst nicht alles, wer sich etwas umsieht, kann auch noch einen Schwarzhändler namens Fax Van Dyke entdecken, der einige durchaus bemerkenswerte Gegenstände bei sich trägt, die er sich jedoch nicht entlocken lässt. Aber es ist natürlich jedem freigestellt, es selbst zu versuchen. Ein ganz verwegener und wagemutiger Forscher schafft es vielleicht sogar, bis zur gewaltigen, fürchterlichen, zappenden Putze unter der Insel vorzudringen. Wie in einem früheren Bericht erwähnt, ist sie absolut gefährlich und sollte nur in einem Team mit mindestens zehn … öhm … Bierschüttlern und unter größter Vorsicht angegangen werden.

Es gibt noch mehr eigenartiges Getier auf dieser Insel und es steht jedem frei, sich das Ganze selbst anzusehen, ich wende mich lieber der Kehrseite zu. Denn wie bei jedem anständigen Gebiet gibt es auch von dieser Insel eine Para-Version, denn wer zuvor brav geforscht und das Portal entdeckt hat sowie geschickt dem Wieder-Lich entwischt ist, kann sich an einer völlig anderen aber nichtsdestotrotz komischen Tierwelt erfreuen. Aber Vorsicht, im Gegensatz zur Normalwelt wissen die meisten Wesen hier die ihnen gegebenen Waffen zu benutzen. Wer sich nun wiederum nicht abschrecken ließ, kann sein Können zum Beispiel an einem wild mit einem Vollstrecker herumfuchtelnden Eichhörnchen oder einem Mohnbrötchen unter Beweis stellen. Aber Vorsicht sei nochmal bei den Tigonen gegeben, sie sind des einsamen Sehers Tod und man sollte sie in Ruhe lassen, bevor man nicht genügend Rückendeckung hat.

Soviel zur Magieinsel, über eine Kleinigkeit werde ich noch berichten, bevor ich es nun endgültig gut sein lassen werde.

Viele von uns hatten schon einmal das Erlebnis, dass sie Dinge zu untersuchen versuchten, die gar nicht da sind, was weiter nicht aufregend ist, nur gibt es Gegenden, in denen solchen, die sowas nicht wahrhaben wollen, ein mehr oder weniger triftiger Grund geliefert wird, warum dem so ist. Mal ist das ersehnte Objekt in Urlaub, geklaut oder gar entführt worden, mal verschleiert sich der Blick des Betrachters und er sieht plötzlich gänzlich andere Dinge. Solcherlei Treiben kann man besonders gut in der Gegend um Wilhelmsburg (und darunter) oder im Düsterwald beobachten.

In dem guten Glauben meiner Pflicht genüge getan zu haben, steckte ich meine Schreibfeder erstmal beiseite und suchte mir Leute, die qualifiziert erschienen, die erste Version meines Berichtes kritisch unter die Lupe zu nehmen. Man könnte sagen, dass mir das durchaus gelungen ist. Denn von da an konnte ich mich vor gutgemeinten Verbesserungsvorschlägen kaum noch retten. Laufend erhielt ich Vorschläge zu Gebieten, die ich unbedingt noch aufnehmen sollte. Mal war es eine ganze Festung, mal aber auch nur Detail X in Gegend Y, das als absolut wertvoll und erhaltenswert eingestuft wurde und somit unbedingt in diesem Bericht erwähnt werden sollte.

Ich hab mich eine ganze Weile damit beschäftigt, mir das eine oder andere angeschaut und darüber gegrübelt, wie ich das dann in meinen Bericht einbauen könnte. Irgendwann kam dann der Entschluss, dass ich es gar nicht tun werde. Humor ist eine Sache, die jeder anders definiert. Ich habe das, was mir als wichtig erschien, in meinem Bericht niedergeschrieben und er spiegelt meine persönliche Meinung dazu wider.

Sicher wird es Leute geben, die meine Ansichten als „absolut daneben“ einstufen und meinen, dass ich dieses oder jenes anders hätte machen sollen (inhaltlich), aber ich muss sagen, dass ist mir im Moment recht egal, denn das, was ich drin haben wollte, ist drin und damit beende ich ganze Sache nun auch.

HeroMcFly, Zerstörer unter den Takal´Mor des Koru-Tschakar-Struv zu Akhar Nth´tar im Morgengrauen

Interpunktion und Großschreibung wurden per Zufall ermittelt :)
(Ich wollte diesen Satz löschen, was mir von höherer Stelle jedoch verboten wurde.)